
Am Weltmissionssonntag, der in Deutschland am vierten Sonntag im Oktober begangen wird, sammeln Katholikinnen und Katholiken weltweit für die ärmsten Länder der Welt. In diesem Jahr steht Madagaskar im Mittelpunkt. Daher reist Erzbischof Gustavo Bombin Espino aus Toliara, welches auch die Heimatgemeinde von Sr. Jérômine ist, durchs Bistum Passau und informiert über das Leben und seine Arbeit in Madagaskar. Auch bei uns in Neustift war er zu Gast und hielt am 21. Oktober den Schülerinnen der neunten Klassen sowie interessierten Schwestern in der Pausenhalle unserer Realschule einen Vortrag. Begleitet wurde er von Frau Christine Krammer (Referat Weltkirche) und der Übersetzerin Frau Marie Pincon, die als Einführung einen kurzen Film über das Land bzw. einige Fotos mit den schönen Seiten des Landes zeigten.
Dann erzählte der Erzbischof von der starken Kluft zwischen reichen und armen Menschen in Madagaskar und erklärte, dass seine Diözese Toliara im Süden der viertgrößten Insel der Welt, am Rand der Ränder liege. Dort ist die Armut am allergrößten. Seine Aufgabe besteht darin, zu den Menschen zu fahren und ihnen Hoffnung zu geben. Praktisch unterstützt die Kirche die Menschen unter anderem durch Nahrungsmittel, medizinische Angebote und Schulen. Es wurde deutlich, dass Bildung – vor allem für Mädchen – die einzige Möglichkeit ist, der Armut und Abhängigkeit zu entkommen. Doch bedeutet Schule nicht das Gleiche wie bei uns: Es gibt keine Bücher, keine Tische oder Stühle, oft nicht einmal eine feste Unterkunft. Schule nenne man es, wenn es einen Menschen gibt, der anderen Wissen vermittelt. Dies könne auch unter einem Mangobaum geschehen.
Sowohl Bischof Gustavo als auch Frau Krammer ermutigten unsere Schülerinnen, sich zu engagieren. Gutes tun helfe nicht nur den Beschenkten, sondern würde gleichzeitig den Gebenden gut tun. Der Bischof schlug vor, vielleicht einmal selbst nach Madagaskar zu fahren und einige Zeit bei unseren Schwestern dort zu verbringen oder für eine Hilfsorganisation zu arbeiten.
Bei der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass den Schülerinnen besonders naheging, dass Mädchen ohne Bildung in Madagaskar meistens jung heiraten müssen und teilweise bereits mit zwölf Jahren Mutter werden. Umso wichtiger sei es, Türen zu öffnen und Wege aufzuzeigen, wie man diese Strukturen verlassen kann, hob der Bischof hervor. So lautet das diesjährige Motto der Aktion passenderweise: „Sei mutig und stark!“ (Jos 1,6)







