In der Nacht zum 18. Juli 2026 gegen 0:30 Uhr hat Gott unsere liebe Mitschwester
M. Annuntiata (Monika) Bodner OSB
nach einem langen Ordensleben in die Ewigkeit zu sich gerufen.
Sr. Annuntiata wurde am 7. Juli 1933 in Ernstfeld (Oberpfalz) in der Diözese Regensburg geboren. Sie war das jüngste von sechs Kindern von Michael Bodner und Anna Bodner, geb. Löckler. Ihr Vater war Zimmermann. 1938 zog die Familie nach Hohenofen, Gemeinde Pang, bei Rosenheim. Dort besuchte Monika die Volksschule und wechselte nach der 7. Klasse auf die Mädchen-Mittelschule in Rosenheim, wo sie 1949 die Mittlere Reife ablegte. Anschließend arbeitete sie im elterlichen Haushalt und aushilfsweise auf einem großen Bauernhof. 1951 besuchte sie den Winter-Halbjahreskurs der Haushaltungsschule in Neustift.
Schon als Kind vernahm Monika Gottes Ruf. Der Aufenthalt in Neustift bestätigte ihren Wunsch, ihm in der Stille des Klosters zu dienen, und so trat sie am 21. April 1952 im Kloster Neustift ein, wo ihre ältere Schwester, Sr. Friedburga, bereits lebte. Zu ihrem Kummer verstarb nur wenige Monate nach ihrem Eintritt ihre Mutter. Große Freude bereitete ihr dagegen, dass im gleichen Jahr ihre Nichte Rita geboren wurde. Am 1. Mai 1953, dem Fest, an dem die Gottesmutter als Schutzpatronin Bayerns besonders verehrt wird, wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Sr. M. Annuntiata. Genau ein Jahr später durfte sie ihre Erste Profess ablegen. Am 2. Mai 1959 schenkte sie sich in der Ewigen Profess ganz dem Herrn.
Während ihrer Tätigkeit in der Näherei in Neustift wurde Sr. Annuntiatas Geschick für Handarbeit erkannt und sie erhielt eine Ausbildung zur Handarbeits- und Wirtschaftslehrerin. Dazu besuchte sie von 1954 bis 1957 die Frauenfachschule der Ursulinen in Landshut und vervollständigte die Ausbildung 1957/58 mit der ersten Lehramtsprüfung am Institut für Lehrerbildung in München. Ab Juli 1958 unterrichtete Sr. Annuntiata dann in Neustift an der Haushaltungs-, Berufsfach- und Berufsaufbauschule und legte dort 1960 die zweite Lehramtsprüfung ab. Bis 1992 war sie weiterhin in der Mittelschule und Berufsfachschule eingesetzt. Gewissenhaft und fleißig ging sie sowohl ihrer Tätigkeit in der Schule als auch den Aufgaben im Kloster und im Gebetsleben nach. Kraft schöpfte sie dabei aus der Eucharistie und der Anbetung. Nie vergaß sie, dass der Heiland den Mittelpunkt all ihres Tuns bildete. Ihre bedächtige Art sowie ihre Freundlichkeit und Fröhlichkeit wurden von ihren Mitschwestern, dem Kollegium und den Schülerinnen sehr geschätzt.
1992 begann mit der Versetzung nach Fürstenzell ein neuer Lebensabschnitt: Hier sorgte Sr. Annuntiata nicht nur für die Kinder an der Heimvolksschule, sondern stand außerdem der Schwesterngemeinschaft engagiert und herzlich als Oberin vor. Dabei ließ sie sich von gesundheitlichen Problemen wie Hörsturz, Tinnitus und Rückenbeschwerden nicht aus der Ruhe bringen.
2004 verschlimmerten sich die Rückenleiden jedoch unter anderem durch einen eingebrochenen Lendenwirbel gravierend. So beendete Sr. Annuntiata am 31. August ihren Dienst als Oberin und wurde für einige Zeit mit dem Amt der Cellerarin in Fürstenzell betraut. Ab 2006 übernahm sie auch Dienste als zusätzliche Sakristanin und war überall dort hilfsbereit und freundlich zur Stelle, wo man sie brauchte.
Mit der Übergabe der Heimvolksschule an einen neuen Träger kam Sr. Annuntiata am 18. Dezember 2019 ins Mutterhaus nach Neustift zurück, wo sie zunächst rege am Gebets- und Gemeinschaftsleben teilnahm. Nach einem Sturz, bei dem sie sich den rechten Oberarm brach, und einer Erkrankung an Corona wurde sie im Februar 2021 innerhalb des Klosters in die Krankenabteilung verlegt. Zunehmend bereiteten ihr Altersbeschwerden verschiedener Art Probleme. Nach weiteren Stürzen und einem Krankenhausaufenthalt verschlechterte sich ihr Allgemeinzustand, sodass sie seit August 2024 ganz auf Pflege angewiesen war. Die lange Zeit auf dem Krankenlager ertrug Sr. Annuntiata mit größter Geduld. Dankbar und freundlich nahm sie die Herausforderungen an und war immer zu einem Spaß aufgelegt. Die tägliche Krankenkommunion nahm sie mit glückseliger Hingabe auf.
Wir danken Gott für unsere Sr. Annuntiata, er lohne ihren Dienst für unsere Gemeinschaft und die vielen Kinder und erfülle sie nun mit Frieden und ewiger Freude.
Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene.
Neustift, 19. Juli 2026 Priorin und Konvent der Benediktinerinnen der Anbetung
Den Sterberosenkranz beten wir am Mittwoch, 22. Juli 2026, um 16:30 Uhr, das Requiem feiern wir am Donnerstag, 23. Juli 2026, um 14:30 Uhr in der Klosterkirche Neustift, anschließend ist die Beerdigung auf dem Pfarrfriedhof.