7. Dezember


Heute Nacht so etwa um halb drei war großes Hundegebell draußen. Auch hier am „Centre spirituel“ haben sie einige Hunde, die das Haus bewachen und eventuelle Eindringlinge melden. Auch das Grand Seminaire in Antsirabe und die Schwestern in Mananjary halten sich Hunde zur Sicherung. Wenn das Gebell so gar nicht aufhören will, wie heute Nacht, kann man schon Angst bekommen. Aber irgendwie war dann wohl doch nichts größeres.

Heute an unserem vorletzten Tag in Antananarivo sollen wir die Stadt ein wenig kennenlernen. Mit P. Romain besuchen wir die Kathedrale von Antananarivo. Auf dem Weg dorthin fahren wir an zwei Moschee-Neubauten vorbei. P. Romain erzählt, dass die Moslems in Madagaskar sich vorgenommen haben, bis 2020 zweitausend neue Moscheen in Madagaskar zu errichten. Wie es aussieht, erreichen sie dieses Ziel bestimmt, sie haben viel „Zuwachs“ an neuen Gläubigen.

Die Christen hier in der Hauptstadt machen etwa nicht ganz 50% der Bevölkerung aus (Katholiken ca. 20%, Protestanten etwa 20 %, Anglikaner etwa 10 %). Alles andere sind Sekten, immer mehr Moslems und übrige.

Wir fahren an zwei riesigen neuen Büro-Towern vorbei. Die gehören einem Pakistani, dem fünft-reichsten Mann in Afrika, der hier in Tana großen Einfluss auf die Wirtschaft ausübt. Die Pakistani waren bisher noch bedeutsamer als die Chinesen, doch die holen auf.

Antananarivo ist sehr bergig und die Kathedrale liegt hoch oben auf einem Hügel. Auf einem Hügel daneben ist der Königspalast von Madagaskar und auf einem Hügel wiederum daneben ist der Palast des Präsidenten von Madagaskar.

Die Kathedrale ist relativ klein, sie wurde 1861 erbaut und ist der „Unbefleckten Empfängnis“ geweiht. Weil sie so klein ist, werden hier am Sonntag drei bis vier Messen gefeiert, bei denen die Gläubigen auch draußen sind und das Geschehen auf großen Videoleinwänden (public-viewing) mitverfolgen. Neben der Kathedrale ist die Residenz des Bischofs und das Priesterhaus. Hier können die Diözesanpriester (zurzeit 184) jederzeit übernachten, wenn sie in der Stadt sind. Auf der gegenüberliegenden Seite des Kathedralplatzes wird grad ein Priesterhaus-Neubau erstellt, weil der alte schon zu verfallen und zu klein ist.

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Kathedrale in Antananarivo, Maria Unbefleckte Empfängnis


Auf dem Kathedralplatz befindet sich die Kapelle der seligen Victoire Rasoamanarivo (1848-1892), die von Papst Johannes-Paul II 1989 anlässlich seiner Pastoralreise in Madagaskar seliggesprochen wurde und die hier sehr verehrt wird. Es war die erste Seligsprechung eines madagassischen Menschen. In der Kapelle ist ihr Grab (Sarkophag), das Allerheiligste und viele Blumen und Votivtafeln. Es sind einige stille Beter(innen) da und wir setzen uns eine Weile dazu. Der Pére erzählt uns, dass Victoire hier in Tana gelebt hat. Als die ausländischen Ordensleute und Missionare aus dem Land vertrieben wurden, war sie es, die sich für die Weiterführung der Katechese, die Evangelisierung und die Stabilisierung des Glaubens etc. unter mancherlei Gefahren eingesetzt hat. Also eine Apostolin. Sie war verheiratet mit einem alkoholkranken Mann, hatte viel mitzumachen, war aber trotzdem stark im und aus dem Glauben und in der christlichen Gemeinde engagiert. 

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Sarkopharg der seligen Victoire

Wir fahren dann auf einen weiteren Hügel der Stadt, von dem aus man einen großartigen Überblick über Antananarivo hat.Hier oben sind die Einrichtungen der „Frères des Ecoles Chrétiennes“ (Brüder der christlichen Schulen), auch bekannt unter dem Namen „LaSalliens“. Der selige Missionar Raphael-Louis Rafiringa (1856 - 1919) war Mitglied dieser Gemeinschaft. Für seine leiblichen Überreste wurde ein Mausoleum bzw. Sanctuaire errichtet, das allerdings noch nicht ganz fertig ist. Es kommen viele Leute her, um ihn zu verehren und an seinem Grab zu beten. Es gibt in einem Raum auch eine Ausstellung über seine Seligsprechung, die im Jahr 2009 stattgefunden hat. Die „Frères des Ecoles Chrétiennes“ haben 15 Einrichtungen in Madagaskar (Schulen und Scholastikate) und hier auf diesem Hügel zurzeit 24 (!) Postulanten. Frère Vincent ist seit eineinhalb Jahren der Direktor des Sanctuaires von Louis Rafiringa. Er empfängt uns in seiner Wohnung, erzählt uns einiges, und führt uns dann übers Gelände. Da können wir auch den wunderbaren Ausblick über die Stadt genießen.

Dann haben wir noch etwas Zeit zum Ausruhen, zum Spazieren in dem wunderschönen Park unserer Unterkunft und zum Beten.

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8. Dezember

Heute Vormittag empfangen wir Bernadette zum Gespräch, eine junge Frau, die interessiert ist, in unsere Kongregation einzutreten.
Ansonsten haben wir kein besonderes Programm mehr außer packen, beten und essen. Am späten Nachmittag bringt uns der gute P. Jean-Romain zum Flughafen.
Wir danken allen Menschen in Madagaskar für die herzliche Offenheit und Gastfreundschaft, die uns geschenkt wurde, für die schönen, geschwisterlichen Begegnungen. Wir waren nie allein gelassen; immer waren gute, freundliche Menschen, die sich herzlich um uns gekümmert haben. Trotz der Armut sind die Madagassen ein frohes Volk, die die „kleinen“ Freuden des Lebens voll ausschöpfen (in Tanz und Gesang, Feiern, froher Gemeinschaft etc.). Danke, dass wir oft teilhaben durften an dieser Lebensfreude!
Um 22:45 ist heute dann Abflug vom Flughafen Ivato aus nach Paris. Etwa um 8 Uhr morgens werden wir dort ankommen. M. Mirjam und Sr. Raphaeliah fahren mit dem TGV nach Dijon, ich werde auch gleich am Vormittag mit TGV und ICE nach München bzw. Vilshofen weiterfahren.

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Das Haus, in dem wir wohnen

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 Wegweiser zum Flughafen

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Familie von Sr. Marie-Paule

5. Dezember

Heute Morgen, gleichnach dem Frühstück sind wir mit P. Pascal aufgebrochen Richtung Antananarivo, wieder im Kleinwagen mit allem Gepäck, aber diesmal waren wir‘s schon gewohnt, ins Auto gepresst zu sein. Wir stellen uns auf etwa dreieinhalb Stunden Fahrt für die ca. 170 km ein. Die „Route National 7“ ist hier wesentlich besser, nur dann und wann kommen große und vor allem tiefe Löcher, die vom Fahrer großes Reaktions-vermögen erfordern. Die RN7 ist wohl deshalb in relativ gutem Zustand, weil der frühere Präsident Ravalomanana seine große Fabrik für Milchprodukte in Antsirabe hatte, und weil in Antsirabe auch die Brauerei THB ist. Diese Brauerei hat für ihr madagassisches Bier eine Goldprämierung auf Weltebene erhalten, und ich kann mit meinem bayeri-schen Sachverstand nur bestätigen: das Bier schmeckt wirklich gut (bei der Familie von Sr. Emmanueline gab es ein solches Bier). In allen Städten, großen und kleinen Ort-schaften in Madagaskar fallen einem die knallrot gestrichenen Häuser mit der Aufschrift THB auf; das sind Shops in denen dieses Bier zu haben ist.

Die Fabrik des früheren Präsidenten ist von der neuen Regierung geschlossen worden, und am ganzen Firmengelände entlang sieht man noch die Protestaufschriften gegen die Schließung. Es gingen dadurch ja viele Arbeitsplätze verloren.

Während der Fahrt reden wir wieder einiges über die Politik in Madagaskar. Seit 2009, seit der Ablösung Ravalomananas, geht es für die meisten Menschen im Land nur noch abwärts. Man sieht hier zwar viele Neubauten, woran man erkennen kann, dass es auch einige sehr Reiche gibt. P. Pascal erklärt uns, dass diese Reichen entweder Regierungsangehörige/Regierungssympatisanten oder durch gute Bezahlung ruhiggestellte Militärs sind, oder Ausländer, die in Madagaskar das große Geld machen. Wir fahren durch eine Ortschaft, in der es sehr viel Gold gibt. Angeblich soviel, dass man es sogar an den Schuhen hat als Staub, wenn man hier herumgeht. Doch sind es hier die Srilankenesen, die die Goldvorräte ausbeuten. Übrigens: auch in Mananjary gibt es große Goldvorkommen, doch die Bevölkerung hat rein garnichts davon, die ist weitgehend verarmt. Auch die großen Erdölvorkommen in Madagaskar, die Edelsteine (v.a. Saphire etc.) werden von der Regierung an ausländische Investoren übergeben (Chinesen, Pakistani, Türken), wobei sich die Minister immer auch selbst bereichern. Die denken leider nur an die eigene Tasche, nicht ans Volk. Madagaskar wird praktisch ausverkauft. Die Unabhängigkeitserklärung Madagaskars ist eine Farce. Madagaskar ist nicht unabhängig. Jetzt macht es sich abhängig von den ausländischen Investoren. Aber auch Frankreich, die frühere „Kolonialmacht“ ist nach wie vor sehr mächtig, ausbeuterisch und unterdrückend im Land präsent. Alle früheren französischen Kolonien in Afrika sind heute verarmte Länder, meint P. Pascal. Gestern sprachen wir über die Pest in Madagaskar als „politische“ Pest. Die Pest wird von der Regierung benutzt, um neue Posten im Gesundheitswesen zu schaffen, d.h. überall jetzt schnell regierungshörige Leute einzuschleusen und dann die „unangenehmen“ zu beseitigen. Das wegen der Pest erlassene Versammlungsverbot ist jetzt, ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl sehr praktisch zur Verhinderung von Demonstrationen.

Etwa 20 km vor Antananarivo machen wir Halt in der Ortschaft Ambatolampy, zu deutsch „Kleinfreitag“. Hier ist ein Studienkollege von P. Pascal seit drei Jahren Pfarrer. In dieser Zeit hat er hier ein Anbetungszentrum geschaffen (Kapelle mit ewiger Anbetung) an der Pfarrkirche, daneben eine kleine Schule (Ecole primaire und College) und wiederum daneben ein Orphelinat (Waisenhaus). Zur Hauptstraße hinaus hat man auch ein Lebensmittelgeschäft eingerichtet. Er machte das alles zusammen mit seinen Pfarreiangehörigen. Die Pfarrei ist sozusagen Träger der Einrichtungen. Das Orphelinat hat eine Ordensfrau aufgebaut. Der leitende Verantwortliche des Gesamten ist der Pfarrer. Leider ist er heute auf dem Rekollektionstag für die Diözesanpriester. Wir sind beeindruckt, was hier in drei Jahren alles geschaffen worden ist und erkennen in dieser Unternehmung ein Modell bzw. Vorbild für uns. So etwa könnten wir auch als unser Engagement in Madagaskar vorstellen.

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Anbetungszentrum der Pfarrei vor Antananarivo

Durch den Großstadtverkehr Antananarivos mit Stau brauchen wir noch über eine Stunde, um zu unserer neuen und letzten Unterkunft zu kommen. So kommen wir müde, hungrig und verschwitzt nach insg. sechs Stunden Fahrt am „Centre spirituel Maison St. Ignace“ an. Das Haus und die Zimmer sind sauber. Es gibt einen großen Park, der zum Spazierengehen einlädt. Zurzeit sind mehrere Gruppen da, die alle im Schweigen sind. Wunderbar. Das Abendessen wird im Schweigen bei Musik eingenommen. Hier im „centre spirituel“ lebt eine kleine Gemeinschaft von sechs Jesuiten, Père Jean-Romain ist ihr Superior. Er erzählt uns beim verspäteten Mittagessen, dass es in Antananarivo 350 Ordensgemeinschaften gibt, das sind rund 1300 Ordensleute. Vor allem sind hier viele Ausbildungsgemeinschaften und Noviziate.

6. Dezember

Heute ist für uns der „Tag der Familien“ in Tana. Wir treffen alle Familien der Schwestern, die aus der Stadt oder Diözese Antananarivo stammen.

Dazu fährt uns P. Jean-Romain zu den „Filles du Coeur de Marie“. „Er fährt“ ist gut gesagt – ab der Ausfahrt aus dem Centre bis hin zum Kloster der Filles du Coeur de Marie war Stau, und so brauchen wir für die etwa 2-3 km eine Stunde. Aber das ist normal in Tana. Die „Filles du Coeur de Marie“ führen hier gleich neben dem bischöflichen Ordinariat ein Pensionat für Studentinnen der Universität. Sie haben 80 Plätze, die voll belegt sind und viele Anwärterinnen auf der Warteliste. In diesem Haus bekommen wir ein gut eingerichtetes Sprechzimmer zur Verfügung gestellt. 

Hier empfangen wir dann nacheinander die Familien von Sr. Nathanaella, von Sr. Julia und Sr. Fabienne. Nach diesen drei Familien sprechen wir mit zwei Frauen, die an einem Eintritt in unsere Kongregation interessiert sind: Charlotte und Clarisse. Mittagessen können wir in einem Nebenzimmer der Kantine des Pensionates, dann geht es weiter mit den Familien. Eltern, Schwester und Nichten/Neffen von Sr. Marie-Paule, dann Mutter, Schwestern und Neffen/Nichten von Sr. Marie-Pierre, dann Eltern, Schwester etc. von Sr. Noella, dann die Schwester, Nichte und Großnichte von Sr. Carmela. Der liebe Pater Romain holt uns am Abend ab und wir freuen uns auf etwas Ruhe.

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Neubepflanzung der Reisfelder

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Bushaltestelle mit Brauereiwerbung THB

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Der Eingangsbereich des "Centre spirituel" in dem wir wohnen

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7. Reisebericht Madagaskar 3. – 4. Dezember Ambositra und Antsirabe

Heute ist der erste Advent, aber hier in Madagaskar fehlen natürlich alle Zeichen, die wir so gewohnt sind: Adventskranz, Adventssingen, Lichter etc. Um sieben Uhr ist hier die Sonntagsmesse, die Laudes ist um sechs. Aber schon während der Laudes kommen die Leute, um für die Messe noch einen Platz zu bekommen. Die Kirche ist dann proppe-voll, zur Messe sind extra noch Bänke im Altarraum aufgestellt worden, doch der Platz reich nicht und die Leute stehen draussen am Kirchenportal an. Für die Messe ist ein Priester mit seinem Team verantwortlich, es gibt sowas wie einen Animator (Zeremonienmeister), mehrere Lektoren, etwa 20 Ministranten und Ministrantinnen im Alter von ca. 3 bis 15 Jahre. Die Gesänge werden hier leidenschaftlich gesungen, sozusagen aus vollem Herzen und voller Kehle. Es ist schon ein Erlebnis, hier einen Gottesdienst mitfeiern zu können. Für Madagaskar ist er relativ kurz; nur eineinhalb Stunden.

Nach dem Frühstück zeigt uns die Priorin Mère Jeanne die Reisfelder des Klosters (wenn ein normales Erntejahr ist und sie nicht viele Gäste haben, reicht der selbstangebaute Reis für die Schwestern) und die Farm. Da halten sie Hühner und einige Kühe. Sie haben einen riesigen Klausurgarten, den umrunden wir erst von außen, dann gehen wir hinein. Drinnen viele Obstbäume und auch ein Gemüsegarten, und dann sind da auch die Hasenställe: Etwa 15 Kästen, die übervoll sind mit junge Hasen (wenn man das überschlägt, sind es wohl bestimmt 200 Hasen – das ist Massentierhaltung auf madagassisch).

M. Jeanne erzählt uns, dass sie hier schon mal ein Wasserleitungssystem anlegen wollten. Es war nicht möglich, weil ihnen alles Material mehrfach gestohlen wurde. Auch der Reis wird bisweilen vom Feld gestohlen.

Wir schauen auch einige Teile der Klausur an. Den superschönen Kreuzgang und die Bibliothek. M. Jeanne erzählt, dass das Kloster etwa zur gleichen Zeit gebaut wurde, wie das Kloster in Vanves. Es ist dieselbe Art Architektur (mir gefällt sie sehr). Und die Architektin der beiden Klöster war eine Schwester der Klosters in Frankreich, eine echte Künstlerin. Deswegen sind die Räume fast perfekt auf die klösterlichen Bedürfnisse abgestimmt.

Am frühen Nachmittag treffen wir uns noch mit dem Konvent zu einem Austausch. Wir stellen uns vor: wer wir sind, warum wir hier sind etc. Dann verabschieden wir uns vom Konvent (wir bekommen auch noch den guten Käse, der hier im Kloster hergestellt wird als Abschiedsgeschenk).

Um 16:00 Uhr ist unser neuer Chauffeur angekündigt. Der, mit dem es zunächst vereinbart war, konnte nicht kommen, weil ein Mitarbeiter von ihm verunglückte. So hatte Sr. Raphaeliah in der Nacht einiges zu tun (vor allem zu telefonieren) um einen neuen Chaufeur zu organisieren. Es gelang ihr schließlich und pünktlich war der neue da, allerdings mit einem Kleinwagen. Nach dem ersten Schreck pressten wir zwei große Koffer in der Kofferraum das restliche Gepäck wurde dann auf der Rückbank und vor dem Vordersitz eingeschlichtet. Jetzt waren M. Mirjam und Sr. Rahaeliah so eingepresst, dass wir sie öfters fragen mussten, ob sich noch atmen können. Ich hatte wirklich Angst, dass das ganze nicht viel zu schwer ist, aber der Chauffeur, ein Priester aus Antsirabe, nahm es gelassen, und meinte, wenn er langsam fährt, dann geht das schon. Wir führen dann also die 93 km nach Antsirabe und kamen wirklich (mit viel Gebet) wohlbehalten am Großen Priesterseminar hier an. Hier sind 204 Seminaristen aus fünf Diözesen untergebrachte, die sich auf das Priestertum vorbereiten. Wir aßen zusammen mit den Ausbildungspriestern. Einige sind in Bellemagny gut bekannt, weil sie dort schon einmal oder öfters waren (P. Eric, P. Pascal etc.). So ist es hier ein recht nettes Wiedersehen.

Beim Bettgehen hatten wir nochmal eine große Aufregung. Die Türen schließen hier mit einem ganz speziellen Mechanismus: wenn man drinnen zusperrt, kann man zwar noch hinaus, aber von draussen kann man nicht mehr rein. Zuerst traf es Sr. Raphaeliah: beim Toilettengang (schon im Pyjama) zog sie ihre Zimmertüre zu, und jetzt – o Schreck – konnte sie nicht mehr rein. Telefon, Schlüssel etc. alles drin im Zimmer. Niemand war zu erreichen, alles schon finster im Haus. Wir versuchten inzwischen, Sr. Rapaheliah etwas beizustehen, dann passierte mir in der Aufregung dasselbe – auch ich war ausgesperrt aus meinem Zimmer – wie peinlich, auch im Schlafanzug. Wir bekamen von M. Mirjam ihre zwei Lamba hoany (große madagassische Tücher, die für alles zu gebrauchen sind), die sie geschenkt bekommen hatte, um uns etwas zu „verhüllen“. Zufällig kam P. Eric vorbei und holte Hilfe: die beiden Schwestern des Säkularinstitutes „servantes des sacerdotes“, die hier fürs Haus zuständig sind, kamen, aber sie erklärten uns, dass es hier weder einen Generalschlüssel noch einen Zweitschlüssel gibt. Entsetzen pur. Schließlich kamen drei Seminaristen und versuchten sich zunächst mit unzähligen Schüsseln eines Schlüsselbundes, ob nicht doch einer passt. Das war nicht der Fall. Dann gaben sie sich als Einbrecher: mit langen Messern und viel Geschick schafften sie es schließlich, die Türen aufzubekommen. Ewiges Vergelt’s Gott.

4. Dezember

Gleich am Morgen haben wir ein Gespräch mit Bischof Phillippe von Antsirabe. P. Pascal bringt uns hin. Nach dem Gespräch machen wir mit ihm eine Besichtigungstour durch Antsirabe. Antsirabe wird auch die „Stadt des Wassers“ genannt. Hier gibt es Thermalquellen und so besuchen wir erst das große Thermalbad (seit etwas fünf Jahren ist es nicht mehr in Privatbesitz, sondern in öffentlicher Hand und deshalb sehr heruntergekommen). Dann gibt es in der Nähe auch eine kleine Quelle mit Trinkwasser/Heilwasser und drumherum „Freizeitgelände“. Auch das ziemlich ungepflegt.

Anschließend fahren wir zu einem nahgelegenen See (etwa 5 km außerhalb der Stadt), er heißt „Lac Andraikaiba“. Ein wunderschön gelegener See, mit Verkaufsständen am Ufer. Heute ist es menschenleer hier. Aber an Ostern, sagt uns P. Pascal ist es hier total überlaufen. Bei der Rückfahrt bewundern wir P. Pascal, wie er bei diesen Straßenverhältnissen (riesige Wasserlöcher, Gräben von 50 cm tief quer über die Straße, Schlammansammlungen etc.) so ruhig und gut gelaunt bleiben kann.

Dann besuchen wir gerade noch vor dem Mittagessen eine große Marienwallfahrt hier in Antsirabe, nicht weit vom Grand Seminaire entfernt, das „Sanctuaire de Notre Dame de la Salette“. Eine relativ kleine Wallfahrtskirche, aber in einem kleinen Wäldchen dann ein großer Freiluftaltar, Marienfigur und viele Bänke usw. Bei der großen Hauptwallfahrt sind hier ungefähr fünfzigtausend Gläubige versammelt. Im Wald sind viele kleine „Hocker“ (Holzstämme) verteilt, die die Priester zum Beichthören benutzen.

Nach einem kurzen Mittagessen haben wir gleichen einen Termin bei Bischof Odon von Antananarivo. Er ist hier in Anstirabe in einem „Foyer de Charité“, um den Priestern seiner Diözese zu sein, die hier ihre Jahresxerzitien haben. Dieses „Foyer de Charité“ ist etwas außerhalb der Stadt, ein sehr schön kultiviertes Gelände, mit einigen Gebäuden, großer Gartenanlage mit super schöner Bepflanzung.

Nach dem Bischofsgespräch fahren wird zurück in die Stadt und besichtigen die Kathedrale. Dabei treffen wir auch Bischof Phillippe wieder, der auf einem Platz hinter der Kathedrale mit einigen Priestern Boule spielt. P. Pascal erzählt uns, dass der Bischof das oft macht zwecks Kommunikation und „Familiengefühl“ mit seinen Priestern.

Bei der Rückfahrt zum Grand Seminaire machen wir einen Halt bei den Klarissen, deren Kloster nur etwa 300 m vom Seminar entfernt ist. Wir sollen eigentlich nur kurz reinschauen, aber nach einer etwas längeren Wartezeit ist plötzlich fast der ganz Konvent versammelt, um uns zu begrüßen. Es sind so etwa 20 fast nur junge Schwestern, die sich herzlich freuen, dass wir vorbeischauen und uns vorstellen, bzw. uns gegenseitig kennenlernen. Ihre franziskanische Fröhlichkeit ist direkt ansteckend. Äbtissin Mirjam lässt uns nicht gehen, bevor wir einen kleinen Imbiss eingenommen haben: Joghurt, Kekse, Verveinetee. 

Im Grand Seminaire zurück, macht uns P. Pascal noch eine Führung durch einige Unterrichtsräume und Kapellen und durch die Farm des Klosters. Hier werden Kühe, Schweine etc. gehalten. Die Tiere wie auch der Garten werden von den Seminaristen versorgt (da gibt es eine straffe Organisation). Jede Woche schlachten die Seminaristen eine Kuh (das lernen sie hier), die dann von den 204 Kandidaten und ihren Lehrern verspeist wird.

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1. Dezember

Gestern abend haben uns die Schwestern von Mananjary noch mit einem schönen Abschiedsfest überrascht. Im Saal des Gästehauses haben sie für ein Festessen aufgedeckt. Das haben wir dann auch miteinander genossen und dann gesungen, erzählt und Dankesworte ausgetauscht. Sie haben uns auch beschenkt mit Gewürzen (Zimt…) und Weihnachtskarten.

Heute morgen um sieben (!) Uhr ist dann der Bischof (Bischof Alfredo) gekommen, um noch vor unserer Abfahrt mit uns zu sprechen. Wir haben zusammen mit den drei Priorinnen der Benediktinerinnen von Vanves dann ein etwa einstündiges Gespräch mit ihm gehabt.

Dann sind wir losgefahren, wieder die ganze kurvige Straße zurück nach Fianarantsoa. Da haben wir dann bei der Familie von Thierry zu Mittag gegessen, das war alles sehr fein (sein Haus, die Verwandten und das Essen). Für die Weiterfahrt nach Ambositra bekamen wir dann einen neuen Chaffeur: der Ehemann von der Schwester Thierrys. Der hat uns dann über die wieder sehr kurvige und bisweilen mit großen Löchern gespickten Straße sicher nach Ambositra gebracht. Zwischendurch hatten wir mal einen großen Schreck, als das Auto plötzlich hinten zu rauchen (eine wirklich sehr große Rauchwolke) anfing. Nach einem kurzen Halt, bei dem der Chauffeur nicht feststellen konnte, woran das liegt, sind wir aber dann weitergefahren, und irgendwie hat es wieder von selbst aufgehört. Ich meine, das war sicher das Gebet der Schwestern! In einem Ort etwa 20 km vor Ambositra haben wir die Familie von Sr. Teresa besucht. Die Mutter war da (70 Jahre alt) und ihre Schwester mit ihren zwei Kindern. Wir bekamen Kekse und Getränke und haben uns nicht lange aufgehalten. Wir wollten keineswegs in die Dunkelheit kommen, weil gerade diese Strecke nachts sehr gefährlich ist.

Kurz vor sieben Uhr abends kamen wir dann hier in Ambositra im Kloster der Benediktinerinnen von St. Bathilde an. Da standen wir zunächst 10 min. vor dem Tor, und dann brachten sie nur die kleine Tür aber nicht das Tor für’s Auto auf. Und irgendwie waren sie etwas komisch. Das war kein herzlicher Empfang wie in Mananjary. Die zwei jungen Schwestern, die uns aufgemacht haben, haben irgendwie nicht mit uns gesprochen. Dann kamen drei ältere, die waren nett und herzlich. Das Abendessen stand schon parat, aber es war kein Wasser da und auch kein Brot. Wir mussten dann direkt nur lachen und fragten uns, wo wir da hingekommen sind… Aber: Augen zu und durch!

2. Dezember

Nach Laudes (6:00) und Messe (6:30), alles sehr schön und lebendig mehrstimmig in malgasch gesungen und nach einem europäischen Frühstück (mit Brot statt Reis), gehen wir zu Fuß zur Residenz des Bischofs, die nur etwa 500 m von hier entfernt ist.
Der Bischof ist sehr freundlich und uns zugetan. Er erkennt uns (bzw. M. Mirjam noch – er war ja auch schon mal in Bellemagny) und fragt gleich: „Was gibt es neues?“ 
Wir erzählen ihm von unserer Reise, dass wir einen Ort und einen Einsatz Für unsere Schwestern suchen. Er macht uns einen ganz konkreten Vorschlag: Er bräuchte ab 2018 Schwestern als Nachfolgerinnen einer italienischen Kongregation in dem Ort A….? Der Ort ist en brusse, etwa 200 km von Ambositra entfernt und die Straße ist äußerst schlecht. Die Schwestern haben dort ein Dispensaire und ein Waisenhaus geführt, in der öffentlichen Schule mit unterrichtet etc. Es sind zwei bei einem Autounfall ums Leben gekommen und nun sind sie nicht mehr genug und wollen dort aufhören.

Die Dispensaire von Ordensschwestern sind hier sehr wichtig, weil hier in praktisch allen Krankenhäusern (auch hier im großen Hospital von Ambositra) die Korruption herrscht, sodass man nur, wenn man Geld gibt , auch gut behandelt wird. Die Armen haben keine Chance auf eine angemessene Behandlung. Sie können sich nur die Dispensaire der Orden leisten, die billiger sind als die Hospitale.

Der Bischof braucht dringen Ordensleute für folgende Gebiete: - Dispensaire - Schule/Katechese - Pastoral - Waisenkinder

Anschließend zeigt er uns noch seine Hauskapelle und den Überblick über Ambositra, obwohl wirklich viele Leute draußen auf dem Gang auf ein Gespräch mit ihm warten, und dann machen wir noch Fotos mit ihm.

Heute hat sich der erste nicht so besonders gute Eindruck von diesem Kloster hier schon etwas relativiert. Das Mittagessen wie auch das Abendessen waren köstlich und mit Liebe zubereitet. Wir essen in einem Speiseraum für Gäste. Priorin Mère Jeanne ist ja noch nicht da, sie ist unterwegs von Mananjary nach Ambositra mit dem Taxi-Brusse. Das ist nachts um drei Uhr von Mananjary abgefahren und war um ca. 14:00 Uhr in Fianarantsoa.

Nachmittag war ausruhen angesagt. Wir waren alle drei so müde, dass wir alle mehrere Stunden geschlafen haben. Abends nach der Vesper hatten wir noch ein Gespräch mit der Priorin M. Jeanne.

Das Kloster der Benediktinerinnen von Vanves hier in Ambositra ist deren erste Gründung in Madagaskar, von da aus sind Mananjary und Joffre Ville gegründet worden. Hier sind zurzeit 30 Schwestern, eine Novizin und 4 Aspirantinnen. Die Schwestern haben strenge Klausur, ihr Apostolat ist der Gästeempfang. Sie haben ein großes Gästehaus. Früher gab es hier Malgaschkurse für europäische Missionare, doch die Schwester, die das konnte, ist gestorben und so hat das jetzt aufgehört. Es gab auch mal Ehevorbereitungskurse hier, doch die sind jetzt auch nicht mehr. Aber es kommen viele Gruppen und auch Einzelgäste, die dann auch am Gebet der Schwestern teilnehmen. Die Schwestern begleiten diese Kurse nicht, die haben immer ihre eigenen Referenten dabei. 

Morgen ist 1. Advent und heute hatte ich schon richtig Heimweh. Hier ist kein Schnee und keine schöne lateinische Vesper zum ersten Advent (obwohl sie hier sehr schön singen). Und es gibt auch keinen Adventskranz und keine Lichter, (außer die Kerzen, wenn der Strom ausfällt). Hier ist quasi Hochsommer (so ca. 25 Grad, nicht ganz so heiß wie in Mananjary).

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29. November

Es regnet hier sehr viel. Heute Nacht hat es oft richtig geschüttet. Allerdings ist es nicht kalt, wir sind wohl so etwa bei 25 Grad.

Gestern beim Abendessen ging plötzlich das Licht aus und wir saßen im Finstern – kein Strom mehr. Gott sei Dank stehen hier überall Kerzen parat, die dann sofort angezündet werden können. Auch das Wasser wurde in der Nacht abgesperrt, aber man kann es sich noch in Eimern aus dem Regenwassertrog holen.

Die Vesper gestern und die Laudes heute wurden in Malgasch gesungen, die Oration, Lesungen, Fürbitten und das Vater-unser sind französisch. Mittagshore und Non sind in Französisch. Was mir gut gefällt: die Oration ist hier gleich nach dem Invitatorium oder dem Hymnus, und ganz am Schluss des Offiziums steht das „Vater unser“ mit Gesten und der großen Doxologie (und eben keine Oration mehr und kein Segensgebet). Auch die Messe heute war alles Malgasch, außer eine Lesung, die Sr. Raphaeliah gehalten hat. Hier ist nur eine alte Frau als Gast bei der Messe. Es ist nicht so, dass, wie in Tulear oder Fianarantsoa, alles voll ist auch unter der Woche. Der Konvent hier kommt mir vor wie der Konvent von Bellemagny vor etwa 15 Jahren, als die ersten madagassischen Schwestern dazukamen: überaltert und nicht mehr in der Lage, das Kloster aus eigener Kraft (mit den eigenen Schwestern) zu erhalten.

Heute beim Frühstück erzählte uns M. Marie-Berthe, dass diese Gegend hier eine Zyklon-Gegend ist. Jedes Jahr (etwa Dezember bis März) hat man hier Zyklone, die die Früchte von den Bäumen reißen, die Häuser abdecken etc. deswegen bauen die Leute hier nur parterre. So braucht man nur das Dach, das weggerissen ist, erneuern, der Rest bleibt meistens stehen.
Auch ohne die Zyklone hat man hier Schwierigkeiten mit Überschwemmungen. Wenn es im Hochplateau viel regnet, fließt alles über die Flüsse ab hierher an die Ostküste. Die Reisfelder des Klosters z.B. sind etwa dreimal im Jahr überschwemmt und man beginnt wieder von vorne mit anpflanzen etc. So ist man hier (nicht nur die Schwestern, sondern auch die Bevölkerung) insgesamt „decouragé“, also entmutigt, weil auch die klimatischen Umstände sehr schwierig sind.

Letztes Jahr (2016) war hier eine Trockenheit, es hat drei Monate lang nicht geregnet. So sind dem Kloster die Litschis, die Orangen, der Reis, etc. kurz gesagt die ganze Ernte vertrocknet. Das ist ganz außergewöhnlich, und man meint, es ist eine Folge des Klimawandels, und befürchtet, dass das jetzt womöglich noch öfter kommt.

Am Vormittag besuchen wir das Kolleg der Jesuiten, das nur etwa 200m von hier entfernt ist. P. Andry, der am Morgen auch die Messe mit uns Schwestern gefeiert hat, führt uns durch die Schule und durchs Gelände. Hier werden 1075 Schülerinnen und Schüler unterrichtet bis hin zum Bac, es ist auch eine ecole maternelle (= Kindergarten mit Krippe) dabei. Man hat hier jeweils drei Klassen pro Jahrgang, die Mindestschülerzahl ist 33, maximal sind 45 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse. 

In einer Klasse mit älteren Schülern (ich schätz etwa 10. Klasse) stellen wir uns vor und kommen kurz mit ihnen ins Gespräch. Alle sind sehr aufgeschlossen und interessiert, wer wir sind und was wir hier wollen. Sie grüßen uns dann auch in Deutsch und in Englisch.

P. Andry sagt, dass dies die beste Schule in Mananjary ist, und dass deshalb auch die Reichen ihre Kinder hierher schicken. Man muss Schuldgeld bezahlen. Für die etwa 100 Kinder, die zu arm sind, gibt es Wohltäter, die die Kosten übernehmen. Die sechs Jesuitenpatres sind seit 2004 hier. Sie haben die Schule von den Patres der „Doctrine chretienne“ übernommen. Sie sind gerade dabei, sich ein Konventgebäude zu bauen für bis zu 12 Patres bzw. Brüder. Zurzeit wohnen sie noch in Klassenräumen der Schule.
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Anschließend besuchen wir etwa 2 km außerhalb von Mananjary eine Wallfahrtskirche für Jugendliche, daneben ist das Haus des Generalvikars, aber der ist zurzeit nicht da. Neben der Kirche ist eine Einrichtung der „Carmelites mineures de charité“, eine Schwesternkongregation, die in Madagaskar mehrere Häuser hat und deren Charisma die Sorge für behinderte Kinder ist. Hier im Haus leben 5, doch bald nur noch 4 Schwestern und 19 – 23 körperlich und geistig behinderte Kinder. Als wir ins Haus kommen ist die Leiterin der Gemeinschaft grade vor dem Allerheiligsten mit etwa vier Kindern bei der Anbetung (zwei im „Rollstuhl“ und eins auf einer Liege). Das Haus ist super sauber, ordentlich und relativ „teuer“ eingerichtet, bekommt wohl viele Spenden. Wir schauen uns die Zimmer der Kinder an (siehe Fotos). Wir bekommen, Kaffee, Tee und Kekse und unterhalten uns mit der Schwester. Das Noviziat der Kongregation ist in Tana, zurzeit haben sie sieben Novizinnen. Schon als Aspirantinnen müssen sie ein Praktikum bei den Behinderten machen, damit sie wissen, was auf sie zukommt. Im Noviziat ist die Ausbildung dann nur die Formation für das Ordensleben. Die Schwester erzählt uns, dass die Eltern ihre Kinder nicht zu ihnen bringen, sondern dass die Schwestern in die Häuser gehen und die behinderten Kinder suchen. Es gibt hier sehr viele Kinder mit „Wasserkopf“, hier in der Einrichtung sind drei.

Beim Mittagessen erzählt uns M. Jeanne, dass hier im Kloster auch der Diebstahl ein großes Problem ist. Immer wieder verschwinden alle Hühner mitsamt den Futtersäcken, auch die Batterien von der Photovoltaik wurden schon einmal gestohlen (wobei das Haus in Brand gesetzt wurde). Letztes Jahr zu Weihnachten wurden alle Hühner gestohlen und die zwei Truthähne, die man dafür gefüttert hat. Man hat hier zwar einen Gardian (einen Hausmeister/Wachmann), aber der hat „nichts bemerkt“. Oft stecken die Wachleute oder Hausmeister mit den Dieben unter einer Decke und teilen sich die Beute. Vor allem auch die Vanille wird gestohlen, aber nicht nur bei den Schwestern, sondern überall hier von den Feldern der Bauern. Mit Vanille lässt sich gutes Geld machen.

Übrigens bauen die Schwestern hier auch Kaffee an, den sie dann rösten. Das ist der Kaffee, den wir hier zu trinken bekommen („echter Kaffee“ sagen sie). Schmeckt irgendwie anders als bei uns, aber man gewöhnt sich dran. Auf jeden Fall hat er auch Koffein, und man muss aufpassen, dass er nicht zu stark ist. Bei den Madagassen trinken allerdings die wenigsten Kaffee, sie trinken Wasser pur, oder Milch oder Tee. Bei den Assomptionisten hatten wir immer das heiße Reiswasser vom Abkochen des Reises, das schmeckt recht gut.

Am Nachmittag haben wir ein zweistündiges Gespräch mit den drei Priorinnen der Benediktinerinnen von St. Bathilde (= Benediktinerinnen von Vanves) hier in Madagaskar: Sr. Jeanne (Priorin von Ambositra), Sr. Marie-Jeanne (Priorin von Joffre Ville) und Sr. Marie-Berthe (Priorin hier in Mananjary). Wir tragen unsere Gedanken zusammen und reflektieren gemeinsam, was es konkret bedeutet, falls unsere Kongregation hier in Mananjary gründen würde (evtl. Schwierigkeiten, Vorteile, etc.). Das erste, was sie uns sagen, ist, dass sie noch nicht mit dem Bischof über alles gesprochen haben und gar nicht genau wissen, was er dazu meint. Wir hoffen, dass wir ihn morgen (Donnerstag) noch treffen können. Er musste überraschend nach Reunion, kommt aber angeblich am Donnerstag wieder von Tana nach Mananjary.

Diesmal fällt der Strom schon bei der Vesper aus, aber hier in der Kirche haben die Schwestern ein Notstromaggregat, sodass sich gleich die Ersatzlichter einschalten und wir weiterbeten können.
Beim Abendessen haben wir ein langes Gespräch über die Sicherheit auf den Straßen hier in Madagaskar, insbesondere zwischen Fianarantsoa und Ambositra und insbesondere in der Nacht. Die Schwestern erzählen Gräuel-Geschichten von Banditenüberfällen auf Autos und Taxi-Brusse, bei denen auch die Polizei und die Chauffeure mit den Banditen kooperieren. Oft ist es „nur“ ausrauben und verprügeln, manchmal auch Mord…

30. November

Heute ist auch eine Schwester der benachbarten Kommunität der „Soeurs de St. Jean Delanoe“ bei der Messe. Wir haben anschl. Ein kurzes Gespräch mit ihr. Sie heißt Sr. Hélène und arbeitet im College der Jesuiten in der ecole maternelle (= Kindergarten). Sie sind insgesamt vier Schwestern in der Gemeinschaft. Eine versorgt den Bischof, die Evequerie ist ja nicht weit, eine arbeitet in der Stadt, um Geld zu verdienen, eine macht den Haushalt, und dann haben sie zurzeit eine Postulantin.

Eben hatte ich einen kurzen „Ratsch“ mit Sr. Benedicte, eine junge Schwester mit ewiger Profess aus Joffre Ville. Sie ist erst seit zwei Wochen hier zum aushelfen (für zwei Jahre). Mit ihr ist auch eine Schwester aus Ambositra gekommen (auch jung und mit ewiger Profess). Sr. Benedicte erzählt, dass sie 2013/2014 in Vanves war und richtet mir Grüße an Sr. Gisela Happ aus. Sie erzählt auch, dass die Benediktinerinnen von Vanves auf dem Generalkapitel beschlossen haben, sich gegenseitig zu unterstützen und Schwestern in andere Gemeinschaften zu schicken für zwei Jahre, deswegen ist sie jetzt hier. Sie hilft zurzeit in der Küche (Essen hier: sehr gut! Ein bisschen europäisch angehaucht).

Am Vormittag holt uns Père Jean-Yves Lhomme (ein Pater der „Mission etrangers de Paris“) ab, um uns sein Hospital zu zeigen. Etwa 5 km außerhalb von Mananjary baute er hier auf einem 10 Hektar großen Areal ein Krankenhaus nach europäischen Standards. Vor 10 Jahren hat er hier begonnen mit der Einebnung des Geländes (alles per Hand, Maschinen gibt es hier nicht) und er meint, Ende 2018 wird er hier fertig sein. Er erklärt uns ein wenig, was es heißt, hier am „Ende“ Madagaskars ein Hospital nach europäischen Standards einzurichten (für die Sterilisierung der Geräte, Räume etc., für die Klimatisation, für die Belüftung der Operationssäle etc.) Er hat viele Freunde und freiwillige Mitarbeiter, die immer wieder für bestimmte Zeiten aus Europa kommen, um mitzuhelfen. Zurzeit ist z.B. auch ein Fachmann für Kläranlagen da, weil eine biologische Kläranlage wie man sie in Frankreich hat, hier gebaut wird. Auch einen Elektriker von den „Electriciens sans frontieres“ treffen wir, der mit einheimischen Arbeitern weiter an den Stromleitungen arbeitet. Vor einiger Zeit haben diese „Electriciens sans frontieres“ alle Stromleitungen und Stromkanäle nach europäischen Standards hier eingerichtet. Wasser ist kein Problem: sie haben einen Brunnen gegraben, aus dem reichlich Wasser mit bester Qualität kommt. Der Père beschäftigt hier auch 45 einheimische Arbeiter, die z.B. heute per Hand mit Schaufeln die Grundfesten für ein Schwesternwohnhaus ausbuddeln. Er findet immer wieder Freunde und Wohltäter, die durch Sach- und Geldspenden und durch Mitarbeit helfen, dass das Projekt gedeiht. Natürlich könnte er gut eine Schwesterngemeinschaft hier brauchen, die am Hospital wohnen könnten, es gibt unwahrscheinlich viel zu tun. Das Hospital soll ausdrücklich ein Hospital für die Armen werden, und es muss das Essen gegessen werden, das hier gekocht wird (die Reichen dürfen ihr Essen nicht mitbringen…). Die Armen hier vom Land müssen ja z.B. erst in den Gebrauch von Dusche und Toiletten eingeführt werden. Es gibt nur ganz wenige Einzelzimmer, vor denen haben die Madagassen Angst, das meiste sind 6er und 4er-Zimmer. Soll eine chirurgische Abteilung mit 25 Betten, eine medizinische Abteilung mit 25 Betten und eine Geburtshilfe-Abteilung mit 25 Plätzen für Mütter und Kinder entstehen.
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27. November

Um 8:30 haben wir dann Fiananrantsoa verlassen mit unserem Chauffeur Thierry, ein Matrose auf einem chinesischen Schiff, der Urlaub hat und uns die drei Tage hier herumfährt und dann auch nach Ambositra bringt. Auf einer gut geteerten Straße ohne Löcher, dafür aber unglaublich kurvig von Anfang bis Ende (und bei jeder Kurve muss gehupt werden!) haben wir für die etwa 200 km gute fünf Stunden gebraucht. Eine kurze Pause haben wir irgendwo in der Mitte der Strecke eingelegt bei den Schwestern von St. Paul de Chartre, hier war Sr. Raphaeliah schon einmal Aspirantin (1997). Die Landschaft wurde immer tropischer: immer mehr Bananenbäume, Palmen etc. wir sind auch durch ein Naturschutzgebiet gefahren, da war wirklich total tropische Vegetation…
  • Nebenbei: Die Schwestern von St. Paul de Chartre haben in Mutterhaus in Tulear und haben in Madagaskar 27 (!) Niederlassungen.

Kurz vor 14:00 Uhr sind wir dann in Mananjary angekommen. Hier hat es gute 31 Grad, auf der Fahrt hatten wir zwischendurch 33 Grad!

Wir haben gleich die Non (französisch) mitgebetet, die hier um 14:00 beginnt, dann haben uns die Schwestern sehr herzlich begrüßt, auch die Provinzpriorin Sr. Jeanne aus Ambositra ist da (Sr. Jeanne) und die Priorin von Joffre Ville (Sr. Marie-Jeanne, sie hatte 27 Stunden Anreise mit dem Taxi-Bus). Dann gab es ein feines Mittagessen (mit den Früchten, die hier im Garten wachsen (Litschi, Bananen, Papaya) als Nachspeise, und mit dem Käse, den die Schwestern in Ambositra herstellen.

Wegen unserem Chauffeur Thierry essen wir nicht im Refektorium der Schwestern mit (da dürfen keine Männer rein), sondern wir essen im Speiseraum der Gäste gleich neben der Kirche.

Wir schlafen im Gästehaus der Schwestern. Hier haben wir fließendes Wasser, sogar warm (!), der Strom ist unsicher, aber zurzeit da. Über meinem Bett ist ein neues Moskito-Netz, das beruhigt mich sehr. Zwei Eidechsen (oder so was ähnliches schlafen im Luftschlitz meines Zimmers, aber hinter einem Mückengitter. Ich schaue einfach nicht hin…



28. November

Tagesordnung der Schwestern: 5:00 Laudes 6:00 Messe 7:00 Frühstück 11:40 Mittagshore 12:00 Mittagessen 14:00 None 18:00 Vesper 19:00 Abendessen 19:30 oder 20:15 Vigil 9:00 Schlafen

Zur Messe ist der Direktor des benachbarten Jesuiten-Kollegs da. Sie wird in malgasch zelebriert, die Lieder sind französisch.

Am Vormittag schauen wir mit Sr. Marie-Berthe, der Priorin hier, einiges von der Stadt Mananjary an. Erst die Gebäude des Bischofs, etwa nur 400 Meter von hier entfernt, mit Kapelle und großem Saal und auch mit dem Haus der Priester (wenn Priester aus der Diözese hier sind, wohnen sie da). Hier treffen wir auch (zufällig bzw. durch göttliche Fügung) den Direktor, der für die Schulen des Districts zuständig ist, er organsiert auch die Fortbildungen für die Lehrer. Und dann treffen wir den Missionar Jean-Yves de l’homme. Er ist Franzose, seit 31 Jahren hier in Mananjary und Vollblutmissionar der „Pères de Mission Etrangers“. Er baut hier seit 10 Jahren ein Hospital für die Armen (eben nicht für die Reichen), etwa ein Jahr wird es noch dauern, bis es fertig ist. Am Donnerstagvormittag wird er uns abholen, um es uns zu zeigen.

Dann schauen wir uns die Kathedrale an, dann eine kleine Buchhandlung daneben, und dann fahren wir ans Meer, das direkt an der Stadt ist. Heute ist niemand am Strand, weil es immer wieder regnet, dafür sind viele Einheimische da, die hier ihre Wäsche gewaschen und zum Trocknen auf den Strand ausgebreitet haben. Auch in Mananjary ist es mit dem Wasser und Elektrizität immer wieder schwierig. Die Wellen des Indischen Ozeans sind hier sehr hoch, sodass es gar nicht ungefährlich ist, hier ins Meer zu gehen. Einige Fischer haben sich aber doch mit ihren kleinen Kanus hinausgewagt.

Temperaturmäßig war der Vormittag relativ angenehm. Es hat zwar immer wieder geregnet, sodass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, aber die Sonne ist kaum durchgekommen, sodass wir etwa bei 26 Grad sind. Der relativ starke Wind ist auch sehr angenehm, weil er kühlt.

Am Nachmittag hatten wir eine Konferenz mit dem Konvent (und den Priorinnen der anderen madagassischen Klöster der Benediktinerinnen von St. Bathilde). Wir stellen uns und unsere Kongregation vor (Gründung, Charisma, unsere Reise, etc.) Die Schwestern stellen viele Fragen und es ist insgesamt eine recht schöne Begegnung. Der Konvent hier in Mananjary hat 11 Mitglieder, bestimmt fünf sind alt und gebrechlich. Unter den elf ist auch ein Mitglied des Konvents von Ambositra und ein Mitglied des Konvents von Joffre Ville. Sie haben eine zeitliche Professe. Jetzt ist mir schon klar, dass der Konvent praktisch vor der Auflösung steht. Heute beim Mittagessen ist im Gespräch herausgekommen, dass die madagassischen Priorate dieses Jahr Kanonische Visitation hatten (auch mit P. Marc Helfer und M. Madeleine Caseau), und dass auch deren Visitation nicht abgeschlossen ist, sondern bis 2019 offen ist (wie bei uns).
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20171126 154440 resized 25. November

Heute Morgen kommt überraschend die Schwester von Sr. Marie-Claire mit ihren zwei Töchtern zu uns ans Kloster. Die Schwester und eine ihrer Töchter wohnen auf dem Land und haben jetzt um 9:00 Uhr schon zwei Stunden Weg hinter sich. Die andere Tochter (Nichte von Sr. Marie-Claire) wohnt und arbeitet hier in der Stadt in einem Geschäft. Die Tochter, die noch auf dem Land lebt, steht kurz vor dem Bac und möchte später einmal im Magistrat (= Verwaltung) arbeiten. 
Dann bringt uns P. Bosco zu einem berühmten Aussichtspunkt über der Stadt, von dem aus man ganz Fianarantsoa überblicken kann. Wir sehen z.B. auch das Fußballstadion, die großen Schulen und Sporthallen von hier ober sehr gut.

Um 11:00 Uhr sind wir bei der Familie von Sr. Emmanueline zum Essen eingeladen. Er ganze „Clan“ ist da (der Onkel als Familienoberhaupt, die Mutter, die Tante, die Cousine mit Mann und einige Nichten, und natürlich ihre Schwester, mit der wir ja schon ein Gespräch hatten). Sie haben uns ein großartiges Festmahl zelebriert, mit Aperitif und einem reichlichsten Mahl auf einem prächtig gedeckten Tisch. Anschließend wurde natürlich noch getanzt, wie es wohl in Madagaskar üblich ist.
Etwa um Viertel nach drei waren wir wieder „zuhause“ und sozusagen „bratfertig“. Jetzt war Pause angesagt bis zur Vesper.
Bei der Anbetung ist uns in der Kirche durch die offenen Fenster wieder ganz deutlich der Brandgeruch in die Nase gestiegen. Überall hier in der Stadt brennen ja die Feuer: zum Essen kochen, zum Abfall verbrennen, zum Gras roden. Und den ganzen Tag riecht es hier nach Rauch, wenn nicht die Autoabgase noch stärker stinken. Es fahren hier viele alte Lastwagen und Autos, die noch keinen Katalysator haben. Und die Leute atmen die verpestete Luft permanent ein. Das kann nicht gesund sein.

 
Sonntag, 26. November

Heute war hier bei den Assomptionisten die Sonntagsmesse um 7:00 Uhr. Hier ist es ganz anders als bei uns: man muss früh da sein, um noch einen Platz zu bekommen, viele sind dann gestanden auch noch vor der Tür. Bei den umliegenden Gemeinschaften ist es ebenso. Die Gottesdienste beginnen zu verschiedenen Zeiten, so verteilen sich die Leute… Die Texte und Lieder des GoDi waren Malgasch, die Leute singen inbrünstig und laut alles auswendig, heute mit flotter Klavier- und Trommelbe-gleitung, es ist wirklich mitreißend. Hier sind ja wenige alte Leute, die meisten sind junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder.

Die Patres und die Studenten sind heute alle ausgeflogen aufs Land um dort Gottesdienste und Katechesen zu halten. So sind wir beim Frühstück nur eine Handvoll. Wir haben ein interessantes Gespräch über die politische Situation in Madagaskar. Die Regierung regiert hier totalitär wie in einer Diktatur. Die Medien und die ganze Informationspolitik werden manipuliert, wer nicht mitmacht auf der Linie des Präsidenten wird eliminiert (verschwindet irgendwie). Der Präsident ist ein evangelischer Christ, der Ministerpräsident ein Moslem, der sehr viel Einfluss hat und den muslimischen Glauben und die muslimischen Unternehmen sehr unterstützt. Die Regierung drückt auch das Niveau der Schulbildung; es sollen zwar alle zur Schule gehen, aber keine höheren Qualifikationen erreichen („ein dummes Volk lässt sich leichter führen bzw. manipulieren“). Die Intelligenz, die es sich leisten kann, geht ins Ausland, um zu studieren: Das sind auch die Kinder der Politiker, die ja sehr reich sind u.a. auch durch ihre Kooperation mit den ausländischen Investoren. Und falls sie zurückkommen, wollen sie ihren Status wahren und ändern natürlich nichts am „System“. Es ist wirklich so, wie die Bischöfe geschrieben haben: Madagaskar ist ein Land, das ausgebeutet wird und das langsam sozusagen „verblutet“, wie die Bischöfe schrieben, wenn sich die Politik der Regierung nicht ändert. Es wird Land verkauft (an Chinesen, Türken, Pakistani), diese ausländischen Firmen bekommen Aufträge und dadurch Einfluss (die Chinesen bauen Wasserleitungen, Straßen, etc.). Auch von den Bodenschätzen (z.B. Edelsteine wie Saphire…) und den Erzeugnissen der Landwirtschaft (Vanille, Pfeffer, Früchte etc.) hat die einheimische madagassische Bevölkerung nichts. Sie haben nicht das Know-how, die Geräte und die Infrastruktur, um selbst damit Handel zu betreiben und zu Einnahmen zu kommen. Nächstes Jahr sind Präsidentschaftswahlen und schon jetzt ist hier alle Welt sehr gespannt darauf.

Am Nachmittag haben wir ein Gespräch mit Père Martin. Er ist hier der Superior der Assomptio-nisten, er hat in Rom studiert und dort auch im Kanonischen Recht den Doktor gemacht. Nach drei Jahren wird er an die Religiosenkongregation zurückkehren. Wir sprechen mit ihm darüber, was bei unserer Gründung wichtig ist. Er nennt uns drei Punkte: - das wichtigste ist die Spiritualität, dass sie gefestigt und tief ist - das zweite ist die Möglichkeit, Nachwuchs zu rekrutieren (ist sie vorhanden an dem Ort?) - das dritte ist die Effizienz der Mission (hat unser Einsatz, unsere Präsenz wirklich Chancen, Früchte zu tragen?)

Was das „Miteinander“ mit den Benediktinerinnen von Vanves betrifft, nennt er uns vier kirchenrechtlich mögliche Formen des Zusammenschlusses: - die Union: beide Kongregationen geben ihren Namen auf und geben sich einen gemeinsamen neuen - die Kongregation: hat eine gemeinsame Spiritualität, gemeinsame Konstitutionen, verschiedene Häuser - die Föderation: hat verschiedene Klöster mit Unterschieden in der Spiritualität (wie z.B. die Föderation der Benediktinischen Klöster etc.), verschiedene Konstitutionen - die Kollaboration: beide Partner behalten ihrer Identität, ihre Konstitutionen bei, einigen sich aber auf Zusammenarbeit vor Ort, auf bestimmte Projekte, etc.

Père Martin hat schon einige Kongregationen begleitet und beraten, bei Union und bei Trennung von einer Kongregation. Er bietet sich auch uns an, uns jederzeit zur Seite zu stehen, wenn wir Beratung brauchen. Das freut uns natürlich, und wir werden gern darauf zurückkommen.

Insgesamt sagt er uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es ist richtig, sich zuerst einmal umzusehen, die verschiedenen Möglichkeiten, Orte, Personen etc. anzuschauen ; sich dann eine Zeit der Reflexion zu nehmen, und dann eine klare Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung kann auch „nein“ sein, wenn man erkennt: wir haben nicht die Ressourcen.

Gleich im Anschluss daran besuchen wir das interdiözesane „Grand Seminaire“, das gleich nebenan liegt. Es ist das Priesterseminar der neun südlichen Diözesen Madagaskars. (In Tulear ist das Propädeutikum und hier das Priesterseminar). Hier sind zurzeit 184 Studenten, die Ordensleute nicht mitgerechnet. Die meisten Studenten kommen aus den Diözesen Fianarantsoa und Ambositra (aus beiden Diözesen ca.60!). Père Desidere ist der neue Direktor (seit dieser Woche). Er zeigt uns die riesigen Häuser und alle ihre Einrichtungen. Er stammt aus der Diözese Tulear und kennt natürlich unsere Schwestern Sr. Raphaeliah, Sr. Agnes und Sr. Jeromine bestens.

Am 27. November geht unsere Reise weiter nach Manajary, um 8:00 Uhr geht's los und wir werden für die ca. 200 km auf einer superkurvigen Straße ca. 4. Stud. brauchen. Schickt uns die Schutzengel mit!
Herzliche Grüße an alle!

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  23. November 2017

Heute geht unsere Zeit hier in Tulear zuende. Um 6:15 werden wir mit dem gesamten Gepäck von P. Raphael, dem Ökonomen der Diözese abgeholt und zum Propädeutikum gefahren. Das Propädeutikum ist eine Einrichtung von 9 Diözesen (der südlicheren) zur einjährigen Vorbereitung auf das Theologie-Studium. Hier nehmen wir an der Messe teil und nach einer kleinen Führung durch den “Noch-Direktor“ Père Alphonse frühstücken wir dort. Hier gibt’s zum Frühstück: Reis, Gurkensalat, gebratenes Fleisch, Spiegeleier, richtigen Kaffee (keinen Nescafe), Brot.

Um 8:15 Uhr fahren wir los und es geht 560 km lang Richtung Fianarantsoa. Irgendwo in der Mitte der Strecke machen wir eine Pause bei einem Priester. Wir essen das Essen, das uns dankenswerterweise die Schwester von Sr. Raphaeliah noch um 4 Uhr morgens zubereitet hat, weil die Priester meinen, dass das Essen auf der Strecke doch für uns verunreinigt sein könnte.

Auf der Fahrt erleben wir vom Autofenster aus gigantische Landschaften: im Süden noch sehr trocken, dann wird es mit der Zeit immer grüner. Doch die rote Erde bleibt auch auf dem Hochplateau. Dann kommt das Salomongebirge mit bizarren Felsformationen. Dann irgendwann kommt der „Aufstieg“ auf das Hochplateau, da geht es dann so ca. zwei Stunden lang nur noch bergauf. Es kommt jetzt wieder ein gewaltiger Temperatur-Umschwung: in Tulear hatte es etwa 30 Grad, es war immer sonnig und trocken. Hier oben hat es ungefähr nur 18 Grad und es regnet immer wieder (so eine Art Sprühregen). Und hier sind auch schon die ersten Reisfelder und große Viehherden – die gehören den Chinesen, wie uns der Bischof heute sagte.
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Um 18:30 kommen wir bei den Assomptionisten an, bei denen wir die nächsten drei Tage wohnen werden. Wir haben schöne Zimmer auf dem Gang der Studenten und wir essen mit den Patres und Studenten. Es ist das Haus für ihre Studenten und es liegt in einem Viertel, in dem ein Kloster neben dem anderen ist. Gleich gegenüber ist das Priesterseminar, daneben die Filles de Charite, darunter die Lazaristen etc.

24. November

Wir sind bei der Laudes der Assomptionisten, die sie auf Französisch beten und singen, aus dem selben Buch wie in Bellemagny. Die Messe wird an drei Tagen in der Woche in Französisch gelesen, auch heute, ansonsten in Malgasch, die Gesänge sind Malgasch, toll begleitet von Klavier, Trommel, Gitarre (je nachdem, wer da ist).

Wir frühstücken mit den Patres und Studenten: für uns gibt es auch Brot und Honig und hier auch Butter, die Madagassen essen Reis mit Fleisch und Gurken.

Schon früh am morgen kommt eine Schwester von Sr. Emmanueline zu uns. Sie arbeitet hier in Fianarantsoa seit 15 Jahren in der Blinden-Schule einer Ordensgemeinschaft mit blinden Kindern bis zu 10 Jahren. Sie kommt schon so früh, weil sie zur Arbeit muss und lädt uns für den nächsten Tag zum Mittagessen ein.

Am Vormittag fahren wir mit Pater Bosco, der als Begleiter für uns abgestellt ist, zum Kloster Marombe, das etwa 1 km von hier entfernt ist. Es ist das einzige Trappistenkloster hier in Madagaskar. Es wirkt wunderbar gepflegt und aufgeräumt. Sie haben eine sehr schöne Kirche mit u.a. einem sehr schönen Chorgestühl. Es gibt ein Gästehaus mit 30 Zimmern und drei Schlafsälen (übrigens ein extra Gästehaus für die Familien der Brüder). Im Kloster leben 34 Mönche und sie haben drei Novizen und vier Postulanten. Heute sind fast alle auf den Reisfeldern bei der Ernte, aber der Prior und zwei andere Patres sprechen mit uns. Zum Kloster gehört auch eine große Zahl von Rindern und Stieren. Es ist entstanden an dem Ort, wo einmal bei einem Krieg, als man zuerst die Stiere aufeinander los jagte, diese Stiere sich nicht bekämpften, sondern sich „umarmten“, und daraufhin haben auch die verfeindeten Menschen Frieden geschlossen. Deshalb sind jetzt noch neben dem Kirchturm zwei Stierköpfe zu sehen. Im Klosterladen gibt es Wein aus eigener Produktion, Paramente (Stolen), etc.

Die Mönche kennen unsere Schwestern Emmanueline, Sr. Marie-Claire, Sr. Agnes gut.

Nach einer langen Siesta haben wir einen Gesprächstermin beim Bischof Fulgence. P. Bosco bringt uns hin, wir brauchen für den Weg quer durch die Stadt etwa eine halbe Stunde. Die Straßen sind übervoll mit Menschen, besonders auch Kinder. Alles geht zu Fuß, weil es ja keine Metro, keinen Bus gibt, und die allermeisten kein Auto haben. Alle Einkäufe und alles was notwendig ist wird von den Frauen auf dem Kopf transportiert oder von Männern und Kinder auf eigenartigen kleinen vierrädrigen hölzernen Schubkarren, die übervoll bepackt sind mit allem möglichen (Holz, Wasserkanister, Futtergras, Stühle, Mehlsäcke etc.). Wir sind heute mind. an 40 bis 50 solcher Transportwagen vorbeigefahren. Fianarantsoa ist eine sehr bergige Stadt, es geht ständig steil bergauf und bergab. Und bergauf ist das Schieben besonders schwer, da sind sie meist zu zweit oder dritt, um es zu schaffen.

Das Gespräch mit dem Bischof ist gut verlaufen. Er hat uns unter anderem viel über die madagassische Politik, die Kirche, die Sekten und Moslems, die pastorale Entwicklung und die Ordensleute erzählt.
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Seit heute morgen, 23. November, sind wir mit dem Auto 560 km unterwegs quer durch Madagaskar.

Hier einige Eindrücke von den gigantischen Landschaften, die wir durchqueren....

Das, wo die vielen Fässer zusehen sind ist eine Rum-Brennerei... Das kleine Gefährt auf einem Foto ist ein madagaddisches Taxi.

Wir sind wohlauf!

LG Sr. Helene 

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19. November


Nach etwa 9000 km Flug mit der Air Madagascar landen wir um 4:08 in Antananarivo. Europäische Zeit 2:05 nachts, Madagaskar ist uns zwei Stunden voraus. Es hat hier angenehme 18 Grad, jetzt ist die Frage: wohin mit den Anoraks und Westen… Ein Neffe von Sr. Raphaeliah holt uns ab und wir können uns bei Ihm ausruhen und Mittagessen bis zum Weiterflug am Nachmittag nach Tulear. Hier werden wir von der Großfamilie Sr. Raphaeliahs herzlich empfangen und wir bekommen im Haus ihrer Schwester auch gleich einen kleinen Willkommensimbiss, mit Gesang und Tanz etc.

Wir beziehen dann unsere Zimmer im Gästehaus des Erzbischof Fulgence. Die Zimmer sind einfach, aber relativ sauber, es gibt auch Strom, aber leider kein bzw. äussert wenig Wasser. Wir holen es uns von der Leitung auf dem Hof. Msgr. Fulgence meint, es kommt dann meistens in der Nacht. Der Bischof lädt uns zum Abendessen (sehr freundlich) und dann gehen wir zu Bett und versuchen, bei etwa 30 Grad Celsius einzuschlafen. Die Umstellung vom Winter in Europa auf Hochsommer ist nicht ganz einfach, jetzt ist schwitzen statt frieren angesagt.



20. November

Wir haben am Vormittag ein langes Gespräch mit dem Erzbischof Fulgence Rabeony, anschließend mit seinem Generalvikar Père Alphonse. Wir essen mit dem Bischof zu Mittag (mit Entree, etc…).

Am Nachmittag machen wir eine Besuchstour zu den wichtigsten klösterlichen Gemeinschaften und Einrichtungen hier in Tulear:

Soeurs de St. Paul de Chartre: Wir besuchen und besichtigen ihre Schule „Notre Dame de Nazareth“, hier werden über 1400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet (ganztags!), von 2 1/2 Jahren an bis zum Bac, - der Schwesternkonvent hier an der Schule hat 9 Schwestern und sie haben 80 Angestellte. Sie können die gesamte Einrichtung vom Schulgeld finanzieren. Die Schwestern haben in Tulear nochmal eine so große Schule.

Soeurs de St.e Therese d’Avene: Eine Schule, dort hat unsere Sr. Theresa einige Jahre als Lehrerin gearbeitet. Dann besuchen wir ein zweites Kloster dieser Kongregation, in dem sie sich um unterernährte Kinder kümmern (Provinzoberin Sr. Genevieve…), und das Noviziatshaus dieser Kongregation, zurzeit „nur“ sieben Novizinnen.

Zum krönenden Abschluss besuchten wir den Karmel, der direkt neben einem Assomptionistenkloster ist. Das war wirklich ein Erlebnis. Wir hatten mit dem ganzen Konvent (ca. 22 Schwestern) hinter dem Gitter einen sehr lebendigen und frohen Austausch.



21. November

Vormittags treffen wir die Familien unserer Mitschwestern. Zuerst die Schwester von Sr. Julia, die hier in Tulear lebt, mit ihrer Tochter und deren Baby. Dann die Familie von Sr. Jeromine, ihre drei Schwestern, die alle drei Lehrerinnen sind hier in Tulear und ihren Onkel. Dann eine Verwandte von Sr. Marie-Pierre. Dann kommt eine junge madagassische Frau namens Mariette (25), die interessiert ist, bei uns einzutreten.

Mittagessen ist heute bei der Familie von Sr. Raphaeliah. Der ganze Clan ist da! Das ist ein wirkliches Festmahl mit allen Schikanen, Tanz und Gesang etc.

Gleich im Anschluss daran geht unsere Tour zu den Ordensgemeinschaften in Tulear weiter (zwei Schwestern von den „Soeurs de St. Therese d’Avene“ chauffieren uns):

Erst zu den „Orantes de Assomption“. Sie führen ein „Geistliches Zentrum“ für Einkehrzeiten etc. und haben auch die Anbetung. Aber es läuft nicht so gut mit den Gästen, es sind zu wenige. Und sie haben kaum Nachwuchs hier (eine Novizin). Das Noviziat haben sie im Kongo.

Dann geht es zu den „Frères de la transfiguration“. Eine neue Männergemeinschaft, gegründet 2004, die sich um geistig behinderte Männer annehmen. Der Bischof hat ihre Gründung sehr unterstützt, weil es Tulear nur Einrichtungen für körperlich behinderte Menschen gibt. Die neue Gemeinschaft hat zurzeit 6 Mitglieder, einen Novizen und einen Postulanten. Und elf zu betreuende Männer.

Anschließend fahren wir zu den Ursulinen, die ein College mit ca. 400 Schülerinnen und Schülern führen. Sehr beeindruckend organisiert, aber wir sind etwas unter Zeitdruck und schauen nichts mehr von der Einrichtung an, weil wir bie den Schwestern von St. Paul de Chartre angemeldet sind. Wir besuchen also das Provinzhaus der Schwestern von St. Paul de Chartre. Viele Schwestern hier kennen unsere Schwestern (Sr. Carmela, Sr. Jeromine, Sr. Raphaeliah, die alle bei den Schwestern zur Schule gegangen sind. Es war ein sehr schöner Austausch. Als wir zuhause ankamen kam ein Geschenk der Provinzoberin nach. Sie hat uns eine ca. 70 cm große geschnitze Marienfigur geschickt (die Maria von Madagaskar).
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Foto Landschaft Madagaskar
Im August 2015 hat das Generalkapitel unserer Kongregation eine Neugründung in Madagaskar beschlossen. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt (so groß wie Deutschland und England zusammen), und 18 junge Frauen, die dort geboren sind, sind in den letzten 20 Jahren bei uns eingetreten, die meisten in unser Kloster in Bellemagny in der Französischen Provinz.

Jetzt werden die Vorbereitungen für die Neugründung auf der „Grande Isle“, der „Großen Insel“ immer konkreter. Vom 17. November bis zum 9. Dezember bereisen Generalpriorin Sr. Helene Binder, Priorin Mirjam Hofbrückl und Sr. Raphaeliah Maralina (eine gebürtige Madagassin) die Diözesen in Madagaskar, aus denen unsere Schwestern stammen. Es sind Gespräche mit den Bischöfen und Treffen mit den Familien unserer Mitschwestern geplant und es soll erkundet werden, welcher Ort für einen Klosteranfang günstig ist. Unter anderem werden auch zwei Klöster der Benediktinerinnen von St. Bathilde (Hauptsitz in Vanves/Paris) besucht, die uns angeboten haben, mit der Gründung an einem ihrer Klöster zu starten und eine Kooperation zu beginnen.

Nachrichten und Situationsberichte von der Reise finden Sie in einem Blog unter
www.klosterneustift. wordpress.com unter dem Titel „Aufbruch nach Madagaskar“ falls dort genügend Zeit und ein Internetzugang zur Verfügung ist…

Sr. Gisela

Am Sonntag, 15. Oktober, um 9:20 Uhr, folgte unsere liebe

Schwester M. Gisela (Manda) Mandić OSB

der Einladung des Herrn zum ewigen Hochzeitsmahl.

Sr. Gisela kam am 31. Mai 1941 als drittes von elf Kindern in einer Landwirtsfamilie in Bašćina, Kotor Varos, Diözese Banja Luka (Bosnien) zur Welt. Nach Beendigung ihrer Volksschulzeit half sie daheim bei den anfallenden Arbeiten mit, bis Gottes Ruf zum Ordensleben an sie erging. Am 5. Mai 1967 kam sie zu uns nach Neustift und lernte zunächst einige Monate die deutsche Sprache kennen. Ab 11. Nov.1967 nahm sie als Aspirantin, ab 4. Dezember 1968 als Postulantin am klösterlichen Leben teil und am 2. Nov. 1969 erhielt sie das Ordenskleid. Am 8. Dez. 1970 durfte sie die zeitliche Profess ablegen und am 5. Mai 1976 schenkte sie sich in der Ewigen Profess endgültig Gott dem Herrn.

Vom Beginn ihres Ordenslebens an war Sr. Gisela in der Klosterküche eingesetzt. Sie arbeitete mit Freude und Geschick und bald wurde aus ihr eine tüchtige Köchin. Zuverlässig und gewissenhaft verrichtete sie den anstrengenden Dienst in der Küche. Es war keine Kleinigkeit, tagein, tagaus am heißen Herd zu stehen und das Essen für den Konvent, die vielen Schülerinnen und Gäste zu bereiten. Selbstverständlich, mit Energie und Humor, bewältigte sie diese Arbeit. Die Kraft und Freude zu dieser treuen Pflichterfüllung holte sie sich in der hl. Messe und der anschließenden Anbetungsstunde.

Hinter ihrem frohen Lachen und ihrer mütterlichen Anteilnahme an den Leiden anderer verbarg Sr. Gisela ihre eigenen Beschwerden. Besonders die letzten zwei Jahre waren angefüllt mit Leiden, Krankenhausaufenthalten und Operationen. Wie schwer es ihr fiel, die liebgewonnene Arbeit an andere abzugeben und untätig zu sein, weiß Gott allein. Gestern Vormittag, während des Besuches von nahen Verwandten, trat unbemerkt Bruder Tod an ihr Krankenbett und führte sie heim zur ewigen Hochzeitsfeier. Möge Gott ihren mühevollen Dienst mit der ewigen Freude vergelten!

Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene.

Requiem und Beisetzung finden am Samstag, 21. Oktober 2017, um 10:00 Uhr in der Klosterkirche statt.

Passau

Geistliches Wachstum und Fürbitte"

Rund 150 Gläubige beten gemeinsam mit Bischof Stefan Oster SDB im Kloster Neustift bei Ortenburg für das Bistum Passau - Das Motto: "Geistliches Wachstum und Fürbitte".

Zufall oder von Gott gewollt? Den Tag für den zweiten großen Gebetstag des Bistums Passau hätte man wohl kaum passender wählen können. Denn am Samstag, den 7. Oktober feiern die Katholiken das Rosenkranzfest. Dass er bei diesem zweiten Gebetstag "Stadt Land Fluss" im Kloster Neustift bei Ortenburg eine zentrale Rolle spielt, ist also nicht verwunderlich. Der Rosenkranz ist DAS Symbol für Gebet. Miteinander gebetet und sich intensiv damit beschäftigt haben sich mehr als 150 Gläubige, gemeinsam mit Bischof Stefan Oster.


Sr. Engelberta und Priorin

Neue Oberin für den Schwesternkonvent in Fürstenzell

Während einer feierlichen Vesper wurde Sr. M. Engelberta Krenn am 4. August 2017 von Provinzpriorin Sr. Helene Binder in ihr neues Amt als Oberin der Schwesterngemeinschaft in Fürstenzell eingeführt. Sr. Engelberta war viele Jahrzehnte lang sehr geschätzte Religionslehrerin und charismatische Erzieherin an der Heimvolksschule St. Maria, sozusagen eine „Institution“ in Fürstenzell.

Sie ist nun als Oberin Nachfolgerin von Sr. Magdalena Stöhr, die zum 31. Juli 2017 ihre Leitungsfunktion als Oberin der kleinen Gemeinschaft von 9 Schwestern wie auch als Internatsleiterin und Trägervertreterin an der Heimvolksschule auf eigenen Wunsch aufgegeben hat. „Mit großer Wertschätzung für ihren anstrengenden und beharrlichen Einsatz in der Organisation der HVS“ dankte ihr der Schulleiter Franz Kellner. Sr. Magdalena kehrt in das Provinzmutterhaus Neustift zurück, um sich dort neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.

Bei der feierlichen Amtseinführung von Sr. Engelberta Krenn sprach Provinzpriorin Sr. Helene Binder, ausgehend von einer Lesung aus dem Römerbrief, über die Herausforderung, die es darstellt, ein wirklich gelingendes Gemeinschaftsleben aufzubauen. Es ist eine geistliche Aufgabe, eine Sache der Spiritualität, sich für das Entstehen einer guten Gemeinschaft herzugeben.
Aber wenn Christus die Mitte ist, wenn er in jeder Schwester lebt und wenn sein Geist die Schwestern miteinander verbindet, wird die kleine Gemeinschaft auf einem guten Weg weitergehen.

Gestärkt durch viele fürbittende Gebete und guten Zuspruch tritt die neue Oberin Sr. Engelberta nun mutig ihren Dienst an, im Vertrauen auf den Segen Gottes und den Heiligen Geist als ständigen Begleiter und Vermittler im Alltag.

Bei einem kleinen Sektempfang im Anschluss feierten die Schwestern dann in munterer Runde den Neuanfang mit fröhlichen Gesprächen und Liedern.

Das schöne Sommerwetter bescherte den verschiedenen Gesangsvereinen von Neustift, sowie der Singgemeinschaft Schwabsoien ein wunderschönes Konzert in unserem spirituellen Garten. Auch für das leiblich Wohl war bestens gesorgt!
Am Sonntag, dem 23. Juli, gestaltete der Männerchor aus Schwabsoien in der vollbesetzten Klosterkirche den Gottesdienst.

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Sonntag, 23. Juli 2017

Gottesdienst um 10:00 Uhr in der Klosterkirche mit den Neustifter Chören und dem Patenchor "Singgemeinschaft Schwabsoien".
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Gottes Wort weckt Leidenschaft

Gott umwirbt uns mit seinem Wort. Sein Wort erreicht uns nicht als langweilende Rede, sondern als ein Wort, das uns persönlich angeht und unsere Herzen treffen will. Gott will unser Interesse und unsere Leidenschaft wecken.

Wenn einer Sehnsucht hat und Eifer, dann wird ihm alles gegeben, was von Gott kommt; wenn aber jemand überhaupt keinen Eifer noch Verlangen hat und nicht tut, was in seinen Kräften steht, dann werden ihm die Gaben Gottes nicht zuteil, und es wird ihm auch noch genommen, was er hat - nicht, weil Gott es ihm nähme, sondern weil er sich selbst dessen unwürdig macht. So verhalten ja auch wir uns: Wenn wir bemerken, dass jemand nur gelangweilt zuhört, und wir ihn nicht dazu überzeugen können, auf unsere Mahnung zu achten, dann schweigen wir; denn wenn wir noch weiter insistieren sollten, dann wird ihn der Überdruss befallen. Auf einen eifrigen Hörer aber wirken wir anziehend und können ihm vieles mitteilen. (Johannes Chrysostomus)
Papst Gregor der Große schreibt an einen Freund:

Wenn du eine Botschaft vom Kaiser auf Erden erhalten hast, hast du keine Rast und Ruhe und gönnst dir keinen Schlaf, solange du nicht weißt, was er dir geschrieben hat. Nun aber hat der Herrscher des Himmels, der Herr über Menschen und Engel, dir Briefe zukommen lassen, die dein Leben betreffen, und doch versäumst du es, diese Briefe mit Leidenschaft zu lesen. Mach dich daran, dich eingehend mit ihnen zu beschäftigen, und meditiere jeden Tag die Worte Gottes.

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Am Christi Himmelfahrtstag, 25. Mai 2017, konnte unsere Gemeinschaft ein wunderschönes Fest feiern. Vier Schwestern legten vor 65 Jahren, drei Schwestern vor 60 Jahren und zwei Schwestern vor 50 Jahren die Profess ab. Dieses Gelöbnis ist ein Versprechen Gott, der Kirche und der Gemeinschaft gegenüber, dass diese Schwestern sich ganz in den Dienst Gottes stellen wollen. Für dieses Lebenszeugnis danken wir unseren Mitschwestern aus ganzem Herzen.

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Unsere Jubilarinnen von links stehend:
Sr. Marcella Becker, Sr. Priscilla Kroiß, Sr. Klara Engl, Sr. Notburga Schadl, Sr. Valeria Achatz, M. Priorin Helene Binder
sitzend von links: Sr. Amata Kellermann, Sr. Verekunda Eder

65 Jahren abgelegt haben:
     Sr. M. Ancilla Wühr
     Sr. M. Marcella Becker
     Sr. M.´Elfriede Graf
     Sr. M. Priscilla Kroiß
vor 60 Jahren:
     Sr. M. Verekunda Eder
     Sr. M. Valeria Achatz
     Sr. M. Notburga Schadl
vor 50 Jahren:
     Sr. M. Klara Engl
     Sr. M. Amata Kellermann
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Nach einem langen Leidensweg rief Gott unsere liebe




Schwester M. Ingrid (Maria) Schrottenbaum OSB



in der Nacht zum 1. Mai heim in den ewigen Frieden.



Sr. Ingrid wurde am 30. August 1938 als erstes von vier Kindern in der Familie eines Sägearbeiters in Werenain bei Freyung (Diözese Passau) geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Berufsschule war sie ab September 1953 in einem Passauer Haushalt und ab 1. November 1954 im Knabenseminar
St. Valentin in Passau beschäftigt. Dort lernte sie unsere Schwestern kennen und es erwachte in ihr der Wunsch, ihr künftiges Leben in den Dienst Gottes und der Menschen zu stellen.




Am 1. August 1956 begann Sr. Ingrid das Postulat in unserer Gemeinschaft und am 3. Mai 1957 erhielt sie das Ordenskleid. Nach dem Noviziatsjahr legte sie am 3. Mai 1958 die zeitliche Profess ab und am 3. Mai 1961 schenkte sie in der Ewigen Profess ihr Leben endgültig Gott dem Herrn.



In den ersten Jahren war Sr. Ingrid im Priorat Neustift in der Küche und im Haus tätig. Am 15. Mai 1962 wurde sie an das Priesterseminar St. Stephan in Passau versetzt, indem damals 90 Alumnen, die gesamte Hausleitung, 10 Schwestern und Gäste zu versorgen waren. Hier konnte Sie ihre hauswirtschaftlichen Fähigkeiten in der Küche entfalten. Mit großer Energie und mit Freude erfüllte sie ihre Aufgaben. Ganz selbstverständlich sorgte sie für das leibliche Wohl aller im Haus und der vielen Gäste, die sich bei verschiedenen großen und kleinen Festlichkeiten im Priesterseminar einfanden. Die Arbeit in der Küche war sehr anstrengend, herausfordernd und verlangte ein großes Organisationstalent, das Sr. Ingrid besaß. Diesen vollen Einsatz leistete sie Tag um Tag trotz angeschlagener Gesundheit. Kraft schöpfte sie für diesen aufreibenden Dienst aus dem Gebet und der Eucharistiefeier gemäß ihrem Leitvers aus dem 2. Hochgebet der Messe: "Ich danke dir, dass du mich berufen hast vor dir zu stehen und dir zu dienen."



Sr. Ingrid war eine einsatzfreudige, willensstarke und pflichtbewusste Schwester. Deshalb vertrauten ihr die Oberen am 3. Oktober 1992 das Amt der Oberin im Seminar St. Stephan an, das sie bis zur Aufhebung des Seminars im Sommer 2008 inne hatte. Der Abschied vom Seminar fiel ihr nicht leicht. Zunächst kam sie zu unseren Schwestern nach Fürstenzell. Aus gesundheitlichen Gründen wechselte sie am 10. März 2009 in unser Altenheim Waldesruh in Passau-Neustift. Diese letzten Jahre waren geprägt von der Krankheit Parkinson unter der sie sehr zu leiden hatte.



Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene.



Neustift, 1. Mai 2017

                                                                                      Priorin und Konvent

                                                                                                   der

                                                                            Benediktinerinnen der Anbetung



Das Requiem findet am Donnerstag, 4. Mai 2017 um 14:30 Uhr in der Klosterkirche Neustift statt,

anschließend ist die Beerdigung.

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Madagaskar-Woche im Kloster

Vom 9. – 14. Mai findet in unserem Kloster eine „Madagaskar-Woche“ statt. Unsere Kongregation ist gerade dabei, eine Neugründung in Madagaskar vorzubereiten. Damit unsere europäischen Konvente Land und Leute Madagaskars näher kennen lernen können, kommen drei gebürtige madagassische Schwestern aus unserer Französischen Provinz zuerst eine Woche nach Wien und dann nach Neustift. Sie präsentieren uns die geographischen, historischen und sozialen Verhältnisse Madagaskars, die Kultur und die Situation der Katholischen Kirche und vieles andere mehr. Wir werden madagassisch singen und tanzen, madagassisch kochen und essen, eine Laudes, Vesper und Komplet und auch eine Messe madagassisch feiern.

Am Samstag, den 13. Mai kommt der Chor der madagassischen Gemeinde in München „Fiangonana Malagasy Munich“ mit etwa 20 Personen. Zu dem Konzert mit madagassischer Musik und Tanz und madagassischen Pausen-Häppchen um 18:30 Uhr sind alle Freunde und Interessierte herzlich eingeladen. Umrahmend gibt es eine Ausstellung mit madagassischen Kunst- und Handwerks-Erzeugnissen. Veranstaltungsort ist der Pausenhof oder die Pausenhalle der Columba-Neef-Realschule (je nach Wetter).
Auferstehungsbild

Den Höhepunkt des Kirchenjahres können Sie gerne mit uns Benediktinerinnen in der neu erstrahlten Klosterkirche feiern. Die drei österlichen Tage laden
in der Liturgie ein, uns dem Geheimnis von Jesu-Christi Tod und Auferstehung als Herzstück unseres Glaubens, im großen Schweigen und im Loben zu nähern.

Den liturgischen Handlungen wird Altabt Dr. Christian Schütz vorstehen.


Kar- und Ostertage im Kloster Neustift


 
Gründonnerstag

17.00 Uhr      Abendmahl-Gottesdienst

 
Karfreitag

15.00 Uhr      Karfreitagsliturgie

18.30 Uhr      Komplet mit Vigil ( mit Lesung )

 
Karsamstag

17.15 Uhr      Vesper

                        Stille Wache beim Grab


Ostersonntag

5.00 Uhr      Osternachtsliturgie – Auferstehungsfeier

9.00 Uhr      Festgottesdienst

17.00 Uhr      Vesper

 
Ostermontag

8.00 Uhr      Gottesdienst
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In der Nacht zum 24. März durfte unsere liebe

Schwester M. Maximiliana (Magdalena) Pangratz OSB


heimgehen zum himmlischen Vater.



Als drittes von fünf Kindern wurde Sr. Maximiliana am 9. November 1928 in Steiningloh nahe Amberg in der Oberpfalz, Diözese Regensburg in eine Landwirtsfamilie hineingeboren. Sie besuchte bis zum 14. Lebensjahr die Volksschule in Ursulapoppenricht und anschließend die dortige Berufsschule, die sie Ostern 1945 beendete. Dann arbeitete sie bis zum Herbst 1946 im heimischen Betrieb mit und besuchte schließlich von Oktober 1946 bis zum Frühjahr 1947 die Haushaltungsschule in Neustift.

Bereits während ihres Schulbesuchs in Neustift reifte in ihr der Wunsch nach einer engeren Nachfolge Christi in unserer Ordensgemeinschaft. Ihre tiefe Frömmigkeit wurde ihr wohl schon in die Wiege gelegt, denn zu ihrer Verwandtschaft zählten mehrere Priester und Ordenschristen. Dennoch kehrte sie nach dem Abschluss des Winterkurses in Neustift erst einmal zu ihrer Familie zurück, um dann schließlich doch am 12. Mai 1948 in den Orden der Benediktinerinnen der Anbetung in Neustift einzutreten. Das Ordenskleid und den Ordensnamen erhielt sie am 24. November 1948, die erste Profess erfolgte am 28. November 1949 und am 28. November 1955 legte sie ihr Leben in der Ewigen Profess ganz in Gottes Hände. Sr. Maximiliana war zeitlebens ein arbeitsamer Mensch und so setzte sie sich mit ihrer ganzen Kraft und Persönlichkeit in verschiedenen Filialen unserer Ordensgemeinschaft in Haus, Garten und vor allem in der Küche ein.

Vom 5. April 1950 bis zum 15. Mai 1962 arbeitete sie im Seminar St. Valentin in Passau und trat dann am 15. Mai ihren Dienst im Exerzitienhaus der Abtei Schweiklberg an. Dort blieb sie, bis sie am 26. Juli 1993 in die Heimvolksschule St. Maria nach Fürstenzell versetzt wurde. Auch dort leistete sie, trotz fortgeschrittenem Alter noch bis vor etwa einem Jahr ihren Dienst in der Küche. Ihre schwächer werdende Gesundheit machte einen längeren Klinikaufenthalt notwendig und von dort aus kam sie dann in das Mutterhaus Neustift, wo sie ihre letzten Lebenswochen verbrachte.

Mit Sr. Maximiliana verlieren wir eine eifrige Beterin und einen liebenswerten und humorvollen Menschen. Sie war sehr vielseitig interessiert und belesen und konnte im Laufe Ihres Ordenslebens auch mehrere größere Pilgerfahrten machen. So durfte sie auch das Heilige Land besuchen, wovon sie besonders tief beeindruckt war. Als sehr geselliger Mensch bereicherte sie gerne das Gemeinschaftsleben mit ihren Erinnerungen und Erzählungen.

Die Zeit in Schweiklberg hat Sr. Maximiliana sehr geprägt und sie war bis an ihr Lebensende innerlich sehr verbunden mit der Abtei und den Mönchen.

Sr. Maximiliana zeigte immer eine tiefe Frömmigkeit und eine große und spürbare Liebe zur Hl. Eucharistie. Das Gebet und die Anbetung waren ihr ein Herzensanliegen und sie schöpfte große Kraft daraus. Wir sind dankbar, dass sie in unserer Mitte war und empfehlen sie nun der Liebe und der Gnade Gottes.

Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene.

Neustift, 24. März 2017

Priorin und Konvent der

Benediktinerinnen der Anbetung

Das Requiem findet am Montag, 3. April 2017 um 14:30 Uhr in der PFARRKIRCHE Neustift statt, anschließend ist die Beerdigung.
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Ein buntes Rahmenprogramm rundet die Feier zum Namenstag der Hl. Scholastika ab.


Anlässlich des Namenstages der Heiligen Scholastika, der Patronin unseres Kloster Neustift, wurden alle Schwestern von der Schulfamilie zu einer feierlichen Stunde in die Turnhalle eingeladen.

Die Schwestern freuten sich über das bunte, unterhaltsame und familiär geprägte Fest. Anhand eines gespielten Interviews setzten sich die älteren Schülerinnen mit dem Leben und Wirken der Schwestern in Neustift und deren Entstehungsgeschichte auseinander. Zudem zeigte die 9. Klasse ihre Projektaufgabe. 
Sie stellten unser Kloster vor, indem in Miniform bis ins Detail ausgestattete Klosterräume zu sehen waren. Weitere Highlights waren selbstkreierte Tänze, Sketche und Musikbeiträge. Mit einer Boomwhackersamba der 6. Klasse klang der Vormittag schwungvoll aus.
Bildbetrachtun : Marion Haas: Ölbild, 1978 

Ehrung Sr. Vestina zur Baptist Kitzlinger Plakette in Gold

Laudatio
Beate Heinen Stern der Weihnacht1


Geh in uns auf, du leuchtender Stern der Weihnacht,
damit das Dunkel in uns von deinem Licht überwunden und verwandelt wird.

Zieh uns an, du heller Stern der Weihnacht,
damit wir herausfinden aus den Gedanken, mit denen wir nur um uns selbst kreisen.

Geh uns voran, du schöner Stern der Weihnacht,
damit wir den nächsten Schritt mutig wagen auf dem langen Weg zur tieferen Versöhnung.

Spiel uns ein Lied, du lieblicher Stern der Weihnacht,
damit wir den Ton finden für die Melodie des Friedens unter uns Menschen auf dieser Erde.

Führ uns zum Kind, du klarer Stern der Weihnacht,
damit wir uns berühren lassen von seinem Geheimnis und darin all das finden, was uns heilt und tröstet.

                              Paul Weismantel

 

Mit den Gedanken dieses Gebetes wünschen wir all unseren Freunden und Bekannten ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes gesegnetes neues Jahr 2017!



Liebe Freunde und Besucher,


Die Weihnachtszeit lädt uns ein, beim Herrn und an der Krippe zu verweilen. Herzlich sind Sie eingeladen mit uns Schwestern die Gebets- und Gottesdienste mitzufeiern.
 

Gottesdienste an Weihnachten in der Klosterkirche

24.12. 2016 Heilig Abend           
  • 15:30 Uhr Abendgebet (Vesper)
  • 21:00 Uhr Matutin und  Christmette

 

25.12.2016 Hochfest der Geburt des Herrn - Weihnachten
  •   9:00 Uhr Festgottesdienst
  • 17:00 Uhr Abendgebet (Vesper)          

 

26.12.2016 Fest des Hl. Stephanus - 2. Weihnachtstag    
  •   8:00 Uhr Eucharistiefeier
  • 17:15 Uhr Abendgebet (Vesper)       


Unsere wunderbare Weihnachtskrippe, die bekannte Tripi-Krippe, ist in diesem Jahr für Besucher vom 22.12.2016 bis einschließlich dem 08.01.2017 jeweils von 15:00-17:00 Uhr geöffnet. Gruppen- oder Einzelführungen durch Vater Abt Christian Schütz OSB können Sie an unserer Klosterpforte erfragen. Tel. Klosterpforte: 08542-9600 0.

Ortenburg - nach einem langen, erfüllten Ordensleben ging unsere liebe Schwester M. Celine Lechner unerwartet am Morgen des Christkönigssonntags, 20. November 2016, heim zu Gott unserem barmherzigen Vater.

Als erstes von drei Kindern erblickte Schwester Celine am 29. April 1926 in Fernhag bei Scheyern, Diözese München-Freising, das Licht der Welt.

Sie trat am 15. Oktober 1947 in unsere Gemeinschaft ein und erhielt am 31. Mai 1948 das Ordenskleid. Am 2. Juni 1949 durfte sie die zeitliche Profess ablegen und am 2. Juni 1955 schenkte sie ihr weiteres Leben in der Ewigen Profess Gott dem Herrn.

Schwester Celine konnte in ihrem Ordensleben in verschiedenen Arbeitsbereichen segensreich wirken:

      bis 1950        Mutterhaus Neustift, Vereinsbüro
     1950 - 1952   Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in München-Schwabing
     ab 1952          Kinderheilsstätte Neustift/Passau
     1971 - 1978   Städt. Krankenhaus Augsburg ( Kinderstation )
     ab 1979          Mutterhaus Neustift

Schwester Celine wünschte, dass kein ausführlicher Nachruf verfasst wird. Diesen Wunsch wollen wir ihr am Ende des Lebens erfüllen.

Wir danken Gott für ihr Lebenszeugnis als Ordensschwester und für ihr segensreiches Wirken in unserer Gemeinschaft und für die kranken Kinder.

Möge der Herr auch unsere Schwester Celine mit dem Wort empfangen haben, das er im Evangelium des heutigen Festtages dem rechten Schächer geantwortet hat: "Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!"

Wir bitten um das Gebet für die liebe Verstorbene.

Das Requiem fand am Mittwoch, 23. November 2016 in der Klosterkirche statt; anschließend erfolgte die Beerdigung auf dem Klosterfriedhof.
Sr. Celine kleinversuch
Priorin der bayerischen Provinz und Generalpriorin der Kongregation von 1991 bis 2009

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 Ortenburg – Die Benediktinerinnen der Anbetung trauern um Mutter M. Siglinde Starnecker. Die Altpriorin der Benediktinerinnen der Anbetung in Neustift ist am Festtag Allerheiligen, am 1. November 2016, zu Gott heimgegangen.

Nach einem schmerzvollen Leidensweg gab sie im Alter von 82 Jahren ihr treues Ordensleben in Gottes barmherzige Hände zurück.
Mutter Siglinde kam am 23. Jan. 1935 zusammen mit Ihrem Zwillingsbruder Konrad in einer Landwirtsfamilie in Fürstberg bei Kastl (Obb.), Diözese Passau, zur Welt. Anschließend an die Volksschule besuchte sie unsere einjährige hauswirtschaftliche Berufsfachschule und unsere Mittelschule. Hier lernte sie unsere Gemeinschaft kennen und sie entschloss sich, wie ihre Schwester, Sr. Aurelia, die seit 1948 in unserem Kloster lebt, zum Eintritt in unsere Kongregation. Von ihren zwölf Geschwistern erwählte sich Gott auch noch zwei für den Priesterberuf.

Mutter Siglinde begann am 1. Sept. 1952 das Postulat und erhielt am 1. Mai 1953 das Ordenskleid. Sie durfte am 1. Mai 1954 die zeitliche und am 2. Mai 1959 die Ewige Profess ablegen. Aufgrund ihrer musikalischen Begabung erhielt sie von 1954 bis 1957 eine Ausbildung an der Kirchenmusikschule in Regensburg. Ab 1958 erteilte sie Musik- und Religionsunterricht an unserer Mädchenrealschule. Zusätzlich wurde ihr im April 1971 das Amt der Novizenmeisterin anvertraut. Das Provinzkapitel wählte sie am 11. Mai 1991 zur Priorin unserer bayerischen Provinz und das Generalkapitel am 28. Aug. 1991 zur Generalpriorin der Kongregation. Beide Ämter leitete sie nach zweimaliger Wiederwahl bis 21. März 2009.

Ein Herzensanliegen war ihr die Verherrlichung Gottes durch die würdige Feier der Gottesdienste, des Chorgebetes und der eucharistischen Anbetung. Selbstlos setzte sie sich ein für die Leitung der Kongregation, die oft mit mühevoller Arbeit und anstrengenden Reisen verbunden war. Wiederholt war sie schweren Herzens zur Aufgabe einer Niederlassung gezwungen, weil der fehlende
Ordensnachwuchs dies erforderte. Trotzdem verlor sie nie das Vertrauen auf Gottes Führung und Hilfe.

Weitblickend und zielstrebig nahm sie während ihrer Amtszeit mehrere größere Renovierungs- und Bauvorhaben in Angriff, wie: Aufstockung für Noviziatsräume, Umbau der leer stehenden Internatsräume der Schule in eine „Geistliche Zelle“, Neueröffnung und Neubau des Kindergartens, Umbau des Kapitelsaales in eine Chorkapelle, Renovierung und Neugestaltung der Klosterkirche und Anbau an das Schulgebäude mit Unterrichtsräumen und Pausenhalle. Auch in unserer Heimvolksschule in Fürstenzell und im Altenheim St. Benedikt in Passau-Neustift fanden größere Baumaßnahmen statt.

Im Juni 2007 musste sich Mutter Siglinde einer ersten schweren Krebsoperation unterziehen. Das war der Anfang ihres Leidensweges, den sie tapfer und klaglos aus Gottes Hand annahm. Weitere operative Eingriffe folgten in den nächsten Jahren, die ihr Linderung, aber keine Heilung brachten. Trotz ihrer sehr geschwächten Gesundheit nahm sie bis in die letzten Tage vom frühen Morgen bis zum Abend am Chorgebet und am klösterlichen Alltag teil. Bis zuletzt war sie täglich an der Schulpforte. Diesen Dienst versah sie sehr gerne, weil ihr der Kontakt mit den Schülerinnen und Lehrkräften viel Freude bereitete und sie nebenbei basteln konnte.
Am 28. Okt. erlitt sie nach der hl. Messe plötzlich eine massive Gehirnblutung; ärztliche Hilfe war nicht mehr möglich.

Wir verlieren in Mutter Siglinde das Vorbild eines treuen, selbstlosen Ordenslebens. In Freud und Leid erkannte und bejahte sie den Willen Gottes und seine liebende Führung. Ihr stilles, bescheidenes und liebevolles Wesen werden wir sehr vermissen. Möge Gott ihr die ewige Freude schenken!

Die Priorin und Schwestern der Benediktinerinnen von Neustift bitten alle, die sich unserem Kloster verbunden wissen, um das Gebet für unsere liebe verstorbene Mutter Siglinde.

Unter großer Anteilnahme fand das Requiem am Samstag, 5. November, um 14.00 Uhr in der Klosterkirche statt; anschließend erfolgte die Beerdigung auf dem Klosterfriedhof.

Ein Lieblingsgebet von Mutter Siglinde war:
O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete: Hilf mir, mich ganz zu vergessen, um mich in Dir niederzulassen, regungslos und friedvoll, so als weilte meine Seele bereits in der Ewigkeit. Nichts soll meinen Frieden stören können, nichts soll mich aus Dir herausfallen lassen, o mein Unwandelbarer; vielmehr soll mich jede Minute weiter in die Tiefe Deines Geheimnisses hineinführen. Schenk Frieden meiner Seele, mach sie zu Deinem Himmel, zu Deiner geliebten Wohnung und dem Ort Deiner Ruhe. Gib, dass ich Dich dort nie allein lasse, sondern ganz da bin, ganz wach in meinem Glauben, ganz anbetend, ganz ausgeliefert an Dein schöpferisches Handeln.
(Gebet der hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit)
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Es ist schön, den gemeinsamen Geist zu spüren, wenn der Kirchenchor der Pfarrei Oberviechtach-Pullenried, der Heimat unserer Sr. Lidwina, wieder einmal bei uns zu Gast ist.

Am Freitag, den 14. Oktober kam der Chor von Pullenried unter Leitung von Herrn Rudolf Teplitzky zu uns. Wie schon oft, bereicherten die Sängerinnen und Sänger am Samstag unsere Vesper in der Klosterkirche mit gekonnten Zwischengesängen. Mit dem abschließenden schlichten und doch so ergreifenden „Segne du Maria“, bereiteten sie uns viel Freude.

Vor der Heimfahrt versammelte sich nochmals der Schwesternkonvent rund um den bunt gemischten Chor und hörte ihnen aufmerksam zu. Mutter Priorin dankte ihnen für den Schwung, der auch unseren Geist himmelwärts zieht und der musische Chorleiter verriet den Schwestern, dass so ein Kloster die rechte Ambiente zum Proben neuer Lieder sei und die Stimmen und Stimmung dann besonders gut ist.


Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und wünschten Ihnen viel Freude beim Gesang und Spiel.


(Regula Benedicti, Prolog 30)

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Einkleidung bei den Benediktinerinnen der Anbetung


Am 15. Oktober, dem Gedenktag der hl. Teresa von Avila, hat Ulrike Strauch einen weiteren Schritt ins Ordensleben getan. Seit fast einem Jahr lebt sie als Postulantin in unserem Kloster nach der benediktinischen Lebensweise mit und ließ sich nun voll Freude ins Noviziat aufnehmen.

Während der Mittagshore empfing Ulrike nach der Befragung von Mutter Priorin den Ordenshabit mit dem weißen Schleier. Anschließend gab Mutter Priorin den neuen Schwesternnamen, im Kreise der gespannten Mitschwestern bekannt: Sr. M. Philippa, wird sie ab heute heißen. Ulrike hatte sich den humorvollen hl. Phillip Neri als Namenspatron gewünscht und feiert jetzt am 26. Mai ihren Namenstag.

Sr. Philippa wird als Novizin in den nächsten zwei Jahren unser Leben in der Gemeinschaft teilen und sich intensiv mit ihrer persönlichen Berufung und der Berufung zur klösterlichen Gemeinschaft, auseinandersetzen. Unterstützt wird sie dabei von der Novizenmeisterin; es gilt, gemeinsam zu hören und zu schauen, was sie bewegt und was Gott für sie will.

Wir wünschen Sr. Philippa für unsere gemeinsame Zeit viel Weite, Freude und Ausdauer.

Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes. (Regula Benedicti, Prolog 45-49)


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„Auf den Spuren des hl. Martin“
war das Bistum Rottenburg-Stuttgart Anfang Oktober in Ungarn unterwegs. Auf der Rückfahrt ihrer Wallfahrt feierten die begeisterten Pilger unter Leitung von Weihbischof Dr. Johannes Kreidler in unserer Klosterkirche ihren Abschlussgottesdienst.
Die 140 Pilger mit ihren 8 Priestern beteten und sangen voll Freude in unserer hellen Kirche und hörten aufmerksam der Predigt von Dr. Scharfenecker zu. Er legte ihnen ihren Diözesanpatron, Martin von Tours
nochmals ans Herz und gab ihnen sein Vorbild mit in den Alltag.

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Vor 200 Jahren wurde der Gründer der Benediktinerinnen der Anbetung Aloyse Faller im Elsass geboren. Aus diesem Anlass machten sich im August viele Angestellte, Mitarbeiter und Freunde des Klosters mit Priorin Helene Binder auf den Weg nach Frankreich. Schon bei der Hinreise, noch bevor der Bus das Mutterhaus der Kongregation in Bellemagny (Nähe Belfort) erreichte, besichtigte die Gruppe das Geburtshaus des Gründers in Barr und gönnte sich einen kleinen Rundgang in dem idyllischen Weinort.

In Bellemagny bereiteten die Schwestern den Gästen aus Deutschland einen herzlichen Empfang.
Auf dem Programm stand die Besichtigung des Mutterklosters der Benediktinerinnen der Anbetung einschließlich des Heimatmuseums mit fachkundigem Vortrag von Hr. Heidinger über Glaube und Aberglaube und religiöser Volkskunst im Elsass. Bei der anschließenden Führung durch das Seniorenheim bekamen die Gäste einen Einblick in den kürzlich erweiterten Demenzbereich.
Tags darauf folgte der Besuch des Trappistenklosters Ölenberg und des Instituts St. Joseph in Lutterbach, wo über hundert behinderte Erwachsene betreut werden. Derzeit wird das Institut, indem noch Schwestern von Bellemagny im Aufsichtsrat sind, auf 49 Plätze erweitert.

Besonders beeindruckend war das Unterlindenmuseum in Colmar, wo die interessierte Gruppe eine großartige Erklärung des Isenheimer Altars von Matthias Grünewald erhielt und anschließend die Stadt erkundigte. Danach ging es hinauf zum berühmten hl. Odilienberg mit seiner Weitsicht ins Rheintal und zum Schwarzwald. Der Tag endete mit der Weinprobe in Itterswiller in dem Domaine Leon Faller - einem Ur-Ur- Verwandten des Gründers. Hr. Faller zeigte uns Bayern seine Keller und Produktionsräume und wir kosteten seine Faller-Weine und ließen uns den selbstgebackenen elsässischen Gugelhupf schmecken.

Eine Überraschung war dann das abendliche Grillfest mit den madagassischen Schwestern. Ihre frohe und unbekümmerte Art lies keine Langeweile aufkommen und verband bald alle Gäste miteinander.

Mit der Weiterfahrt nach Dijon und Préville im Burgund lernten die Interessierten eine Stadtfiliale des Klosters kennen und besuchten zudem die bekannte Wiege des Zisterzienserordens in Cîteaux und die Stadt Beaune mit ihrem einstigen Krankenhaus „Hotel Dieu“, das noch vollständig erhalten ist.
Nach einer eindrucksvollen Gourmet-Stadtführung in Dijon besichtigte die Gruppe unser benediktinisches Stadtkloster und wurde vom kleinen Konvent mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Im ländlichen Préville, wo die Schwestern in einem renovierten Château ein Gästehaus führen, verwöhnten sie uns dann abends mit ihren internationalen Kochkünsten.

Am Ende der Fahrt waren sich die Gäste einig, jetzt wissen wir wo unsere Schwestern immer so gerne hinfahren, wir fühlen uns mit ihnen verbunden.

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Im Jubiläumsjahr des Gründers Aloyse Faller, der „Benediktinerinnen der Anbetung“ machten wir uns voller Erwartung mit neun Frauen und zwei Männer unter der Leitung und Führung von Sr. Edith Kußmann gemeinsam im August auf, um zu ihrem Mutterkloster in Bellemagny, auf langen Strecken des Jakobsweges im Elsass zu pilgern.

Diese siebentägigen, echt benediktinisch geprägten Wanderexerzitien führten uns durch die land-schaftlich reizvolle Gegend zwischen Colmar und Mulhouse. Lichte-schattige Wälder, Hochebenen, weite Weinberge, malerische Kapellen und kleine Dörfer wechselten sich auf unserem Pilgerweg unter dem Thema „bewegte Sehnsucht“ romantisch ab.

Herberge und zugleich intensive Einblicke in das klösterliche Leben gaben uns zuerst die Schwestern vom Hl. Joseph im bewaldeten St. Marc. Dann erlebten wir die quirligen Schwestern von der göttlichen Vorsehung in Issenheim, die uns prompt halfen, als sich bei einer Pilgerin die Schuhe auflösten. Die „große Stille“ der Trappistenabtei Oelenberg mit ihren monastischen Gesängen war erneut ein tiefes Erlebnis der Einkehr und bewegten Sehnsucht nach der Quelle des Lebens in uns. Zuletzt überraschte uns das Mutterhaus der Benediktinerinnen in Bellemagny mit ihren jungen Schwestern aus Madagaskar, die für uns sangen und tanzten.
Doch wir kamen auch zu uns, blieben im Jetzt stehen und erleben, wie oft Gott das eigene Leben lenkt, führt und berührt. Bewegte Eucharistiefeiern, viele spirituelle Impulse und geistige Übungen, singen und beten, bewusstes Wandern im Schweigen, all dies ermöglichte uns Sr. Edith um zu einer glaubhaften Gottesbegegnung, zu einem tieferen Wahrnehmen von sich selbst und allem um sich herum zu gelangen. So durfte in uns Altes vergehen und Neues Leben entstehen, unsere Beziehung zum Herrn wachsen, die aus der Sehnsucht nach mehr lebt und wächst.
Als eine aufeinander hörende und gereifte Gruppe kehrten wir reich beschenkt aus dem Elsass zurück.

Bericht einer Pilgerin

03.08.16 Bild zum Bericht

Am Mittwochabend, den 03. August hat Bischof Stefan Oster den Absolventinnen der ersten Lobpreisleiterausbildung ihre Urkunden im Kloster Neustift verliehen.
Er ermutigte die neuen Leiter in den Pfarreien Neues zu Gründen - auch im Kleinen, "denn der Herr liebt die kleinen Anfänge", so Bischof Stefan.

Wir Schwestern freuen uns, dass die Vergabe der Urkunde bei uns im Kloster stattfand und wünschen allen Leitern, ein lobendes Herz und segensreiche Klänge, zum Lobpreis des Herrn.

Viel Freude und Ausdauer!

Bischof Oster zu Besuch im Kloster

Anfang August war „unser“ Bischof Stefan Oster bei uns zu Besuch im Kloster Neustift und hat mit uns Schwestern im Refektorium, das ist der Speisesaal der Schwestern, das Abendessen eingenommen.


Jede Schwester war einfach nur begeistert und hocherfreut. Hr. Bischof war wie ein echter Ordensbruder zu uns, fragte nach, erkundigte sich und gab uns auch stärkende Worte mit auf den Weg. Er sagte: „ Ich bin so dankbar für dieses Zeugnis der Ordensfrauen in unserem Bistum. Hier sind ein lebendiges, tiefes Gebet und das Apostolat (vor allem in den Schulen und in einem Pflegeheim) intensiv aufeinander verwiesen. Im Dasein vor Gott bezeugen die Schwestern in einem tiefen Sinn, dass "Gott alleine genügt" (Theresa v. Avila), und sie sorgen sich - genährt aus dieser Quelle - um den Dienst an den Menschen. Wie schön, dass diese Schwesterngemeinschaft auch in Zeiten wie heute, die für das Ordensleben nicht leicht sind, Nachwuchs hat. Ich bin überzeugt, dass ihre Treue im Gebet und die von den Schwestern darin bezeugte lebendige Gegenwart Christi die eigentliche Quelle für diese Fruchtbarkeit ist.“ Die Gemeinschaft wird von Generalpriorin Helene Binder mit viel Engagement geleitet und von Altabt Christian Schütz geistlich begleitet.

Resümee der Schwestern: „Für so einen Bischof beten wir gern und oft und viel, es war echt klasse“.

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..., bald sind sie ausgebildet, die neuen Lobpreisleiter

Vom Freitag, 02. – Samstag 3. Juli traf sich die Gruppe der Lobpreisleiter, die ihren ersten Kurs zur Ausbildung im August beenden. In einem Ihrer letzten Module tagten sie mit den Referenten Hr. Robert Guder und Sr. Conrada Aigner erneut im Kloster der Benediktinerinnen der Anbetung unter dem Thema: Lobpreisen- Anbetung –Gruppenleiten.

Hier einen Ausschnitt: Was ist wohl der Unterschied zwischen Gott lobreisen und ihn anbeten?

Lobpreisen meint:
Gott, den Herrn für alle seine Großtaten, die er seinem Volk und uns geschenkt hat, zu loben und zu preisen und darüber zu jubeln.

Anbetung meint:
Hingabe: sich neigen, vor Jesus, vor dem Lamm Gottes, indem ich ihm mein Leben schenke und das jeden Tag neu, in meinem ganz banalen Alltag. Warum? Weil er so gut mit mir meint.

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Zum diesjährigen Einkehrtag des Benediktusvereins am 02. Juli kam eine bunte Scharr von treuen Mitgliedern und Interessierten. Neben den Schwestern, voran mit Sr. Rita, die den Verein mit viel Engagement und durch enorme Briefkontakte führt war auch die treue 2te. Vorsitzende Frau Bledl mit ihren Förderinnen anwesend. In froher Runde konnten die Mitglieder durch eine Powerpoint Präsentation vom Jubiläumstag des Gründers der Benediktinerinnen etwas erfahren. Beim anschließenden Kaffeetrinken hörten sie über weitere Ereignisse des Klosterlebens. Es war förmlich zu spüren, dass diese Menschen wohlwollend unsere Klosterfamilie unterstützen. Wie gut tun uns diese Seelen.

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Fünf unserer Schwestern kamen am Freitag, 1. Juli, in der Mariahilf-Woche in den Passauer Dom.


Um 10.00 Uhr feierten sie ihr Ordensjubiläum mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB und vielen Priestern und Mitbetern das Pontifikalamt und gedachten ihrer eigenen Berufung.
Zu Beginn begrüßte Herr Bischof die Ordensjubilarinnen mit Namen, die vor 25, 40, 50, 60 oder 65 Jahren in eine geistliche Gemeinschaft eintraten, ihre ewige Profess ablegten und somit ihr Versprechen gegeben haben, ein Leben lang in einem Kloster zu dienen. Er dankte den Ordensjubilarinnen mit dem Wort: „Ich bin so dankbar für die Kostbarkeit unserer Lebensform in unserem Bistum. Ihr seid die lebendigen Mahnzeichen dafür, dass Gott alleine genügt, dass Gott alleine ein Leben in der Tiefe erfüllen kann.“


In seiner Predigt legte der Bischof, ausgehend von der Tageslesung aus, dass der Prophet Amos ein zorniger, ein unerbittlicher Kritiker seines Volkes ist,…

Die gesamte Predigt (PDF)


Nach dem feierlichen Gottesdienst waren die Jubilarinnen zum festlichen Mittagessen im Priesterseminar St. Stefan eingeladen. In froher Runde gab es viel zu erzählen. Der schöne Tag der Ordensjubilare endete um 13.30 Uhr mit einer Orgelmeditation mit geistlichem Input von Ordensreferent Domkapitular Josef Fischer.

Nigthfever am 24.06.16 im Passauer Dom

0. Bischof Dr. Stefan Oster

Ein bewegender Abend: Am 24. Juni ist die Maria-Hilf-Woche mit einem Glaubensfest „Nightfever“ im Stephansdom eröffnet worden. Die Gebetsnacht begann mit der Heiligen Messe, der Bischof Dr. Stefan Oster vorstand. Danach drehte sich alles um den Herrn, der in der Anbetungsstunde verehrt wurde. Das tiefe Glaubenszeugnis des Musikers Paddy Kelly, die wunderbare Musik von den Bands „Fresh“ und „Jugend 2000“, die Priester, die für Gespräche, Segnung und Beichte zur Verfügung standen, luden zur echten Begegnung mit dem Herrn Jesus Christus ein. Die Atmosphäre half vielen, still zu werden oder für sich beten zu lassen oder für andere zu beten. Der Abend endete mit der gesungenen Komplet. Anschließend gab es noch eine After-Nightfever-Party im Dominnenhof. Eine Mitschwester von uns durfte beim Fest dabei sein.

 

Heute Zeugin für Jesus Christus sein!
Ewige Profess von Sr. M. Anna im Kloster Neustift

Neustift (us)
Die Benediktinerinnen der Anbetung in Neustift bei Ortenburg konnten am 28. Mai voll Freude ein besonderes Fest feiern. Die Ewige Profess von Sr. Dr. Anna Schütz (46) aus Lübeck, die sich mit einem letzten feierlichen Gelübde lebenslang an die Gemeinschaft und an Jesus gebunden hat.

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Sr. Anna hat die Benediktinerinnen in Neustift bei der Mitfeier der Karwoche im Kloster kennen gelernt. Wie sie selbst sagt: „Der Tabernakel wurde geöffnet. Da habe ich mich verliebt!“ Sie entschloss sich, in diesen Konvent einzutreten. Nach dem sechsmonatigen Postulat und dem zweijährigen Noviziat, legte sie ihre zeitlichen Gelübde auf vier Jahre ab.
Momentan arbeitet sie als Lehrerin für Deutsch und Englisch an der Columba-Neef-Realschule für Mädchen, die von den Schwestern geleitet wird.
Nach sechs langen Jahren der Vorbereitung war es nun so weit. Sr. Anna durfte in der Ewigen Profess für immer „Ja“ sagen.

Verwandte, Freunde und Bekannte hatten den weiten Weg aus dem hohen Norden nicht gescheut, um bei diesem besondern Ereignis dabei zu sein.
In einer feierlichen Eucharistiefeier mit festlicher Musik in der Klosterkirche, die Papst Pius X. geweiht ist, wurde Sr. Anna für immer in die klösterliche Gemeinschaft in Neustift aufgenommen. Altabt Dr. Christian Schütz (Schweiklberg) sowie Pfr. Karl Schultz (Hamburg) standen dem Gottesdienst vor.

Nach der Predigt begann die Zeremonie der Ewigen Profess.
Nachdem dem Heilig-Geist-Hymnus legte sich Sr. Anna zum Zeichen ihrer Ganzhingabe an Gott auf den Boden, während die Allerheiligen-Litanei gesungen wurde.

Die Neuprofessin hatte schon vorher eine „Professurkunde“ mit eigener Hand geschrieben. Diese las sie nun laut vor, unterzeichnete das Schriftstück und legte es auf den Altar.

Anschließend sang die Professin dreimal mit fester Stimme das „Suscipe me, Domine“ mit ausgebreiteten Händen und kniete sich beim zweiten Teil immer wieder auf den Marmorboden der Klosterkirche.

Mit diesem Gesang, der übersetzt lautet: „Nimm mich auf, o Herr, nach deiner Verheißung, dann werde ich leben und du wirst meine Hoffnung nicht enttäuschen.“, bestätigte sie noch einmal ihre Bereitschaft zu einem Leben nach der Regel des Heiligen Benedikt und ihre nun lebenslange Bindung an die Gemeinschaft der Benediktinerinnen der Anbetung von Neustift.

Darauf folgten die Riten, die in der Predigt erklärt worden waren. Sr. Anna empfing von Altabt Dr. Christian Schütz als erstes Professzeichen einen Goldring, den er gesegnet hatte. Dieser Ring sagt aus, dass sie nun für immer an Gott gebunden ist.

Als zweite Gabe an die Professin überreichte ihr Altabt Dr. Christian Schütz einen grünen Kranz mit weißen Myrtenblüten. Dieser Kranz symbolisiert Jungfräulichkeit und Ehelosigkeit.

Drittens erhielt sie eine brennende Kerze - es war ihre eigene Kommunionkerze. Das Licht dieser Kerze soll sie nun auch zu den Menschen tragen. Gleichzeitig ist die Kerze ein Symbol der Wachsamkeit. Diese Wachsamkeit leben die Schwestern besonders, indem sie an manchen Tagen die Nachtanbetung des Allerheiligsten pflegen.

Nach dem Gottesdienst konnten die Verwandten, Freunde, Bekannten und auch die Schwestern mit einem Glas Sekt auf ihre neue Mitschwester anstoßen.
Mit einem Festmahl sowie einer reichhaltigen Kaffeetafel war auch für das leibliche Wohl aller bestens gesorgt. Der festliche Tag endete mit der Vesper um 17.00 Uhr.

Für Sr. Anna wird dieser Tag bestimmt unvergesslich bleiben. Nicht allein wegen der vielen, liebevoll verpackten Geschenke, die sie erhalten hat, darunter auch eine Ikone, die ihre Heimatpfarrei Herz-Jesu in Lübeck extra für sie in der Ukraine hat anfertigen lassen. Sie ist die erste Ikone der Lübecker Märtyrer, die es gibt. Die drei Kapläne Eduard Müller, Hermann Lange und Johannes Prassek sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink waren in der NS- Zeit ihrem Glauben treu geblieben und wurden dafür hingerichtet.

Das schönste Geschenk aber, das Sr. Anna an diesem Tag erhalten hat, kann man an ihren freudestrahlenden Augen sehen. Es ist ein Geschenk, das noch bleiben wird, wenn alle Blumen längst verwelkt sind. Denn dieses Geschenk ist unvergänglich. Sie gehört nun ganz Jesus.

Benediktinerinnen der Anbetung feiern den 200sten Geburtstag ihres Ordensgründers

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Der Jubiläumstag am 8. Mai 2016 in Barr, im Unterelsass, wurde zu einem echten Höhepunkt der Benediktinerinnen der Anbetung. Genau vor 200 Jahren wurde hier in der idyllischen Kleinstadt an der Weinstraße ihr Stifter Aloyse Faller geboren. 30 Schwestern aus der Wiener, Neustifter und Französischen Provinz hatten sich mit weiteren Gästen, Nachkommen der Faller Familie und einer Pilgergruppe aufgemacht, um zu Ehren des Gründers zu feiern.

Viele fleißige Helfer, voran die engagierten Hausbewohner hatten den kleinen Innenhof verschönert, als sich um 9 Uhr die Geladenen mit einem dt./fr. Lobgesang einstimmten. Generalpriorin Sr. Helene Binder und Priorin Mirjam Hofbrückl begrüßten den Bürgermeister Gilbert Scholly, alle Ehrengäste, Freunde und Nachbarn. Dann kam der feierliche Moment. In der „1 Rue des Boulangers“, wurde eine Gedenktafel an der Vorderfront des Gründer Hauses zu Ehren Fallers enthüllt. Zwei der vier Trachtler verschönerten diesen denkwürdigen Augenblick mit einem deutsch-französischem Gedicht zur Geschichte der Ordensgründung und ihren Anfängen.

Beim anschließenden Gottesdienst in der kath. Kirche St. Martin trugen Schwestern ein Bild ihres Stifters, mit Blumen und Kerzen zum Altar, zwei weitere folgten als Ministrantinnen. Diesem Wortgottesdienst mit Eucharistiefeier standen Pastor Christoph Zenses von der protestantischen Gemeinde, Generaloberer Frère Jean-Claude Anheim, Ordensreferent Père Marc Helfer und Vikar Klashörster vor. Es war beeindruckend, wie sich die Priester ihre Aufgaben aufteilten und ebenso bewegend, wie der protestantische Chor unter Leitung von Sophie Hansmann die Feier mit ihren frischen Gesängen verschönerte. Während der Gabenbereitung brachten die madagassischen Schwestern tanzend die Gaben von Brot und Wein zum Lobpreis des Herrn zum Altar. Für die Schwestern war es ergreifend, dass viele Gläubige mit ihnen über Rassen, Konfessionen und Nationen im Gebet vereint waren.

Bevor es anschließend in ein urelsässisches Restaurant zum gemütlichen „Flammkuchen“ Essen ging, besuchten die Schwestern mit weiteren Gottesdienstbesuchern die protestantische Kirche in Barr. Hier wurde Aloyse, in der zu seiner Zeit genutzten Simultankirche St. Martin, getauft. Und es passte gut, dass gerade an diesem Ort das neu kreierte Lied auf den Gründer mit Schwung gesungen und in einem gemeinsamen Gebet zu ihm um eine gute Zukunft der Benediktinerinnen der Anbetung gebetet wurde.

Und das alles nach 200 Jahren in der multikulturellen Kleinstadt Barr am Rande des Odilienberges im Jahr 2016. Deo Gratias, denn alle der aus sieben verschiedenen Ländern stammenden Schwestern kamen das erste Mal zu ihrem Gründer-Haus. Zur Zeit Fallers hatten seine Eltern hier eine große Gerberei, heute ist ein Lampengeschäft „Dorothee’M“ im Erdgeschoss zu finden. Das Gründergebäude hatte Sr. Edith aus Neustift vor 2 Jahren mittels einer alten Postkarte und wie es die Fügung wollte, beim „Gassi-Gehen“ eines Hausmitbesitzers mit seinem Hund, nach langem Suchen gefunden. Aus der ersten Begegnung mit dem Ehepaar Mirjam und Jean-Max Vitry-Lippert ist eine tiefe Freundschaft gewachsen. Herzlichen Dank den beiden für das rundherum gelungene Fest.

Die Benediktinerinnen freuen sich schon auf zukünftige Begegnungen und auf das, was sich im Faller-Haus tut.

22. Mai 2016, Sr. Edith Kußmann

Benediktinerinnen der Anbetung feiern den 200sten Geburtstag ihres Ordensgründers

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Ortenburg: Klostermauern werfen Fragen auf. Wer lebt dahinter und wie lebt man dort überhaupt?
Zum 200sten Geburtstag des Ordensgründers, Abbé Aloyse Faller, hatten die 41 Benediktinerinnen der Anbetung am Samstag zum “Tag des offenen Klosters“ nach Neustift eingeladen. Viele Gäste waren gekommen, darunter auch Altabt Christian Schütz (seit 2007 Spiritual des Klosters), die Orten-burger Markträte Richard Langmeyer und Ludwig Nothaft sowie zahlreiche Eltern und Ehemalige.

Ruhe ist der beherrschende erste Eindruck des Besuchers, wenn er die Klosterpforte passiert hat. Die Gemeinschaft hat sich aus dem hektischen Treiben des Alltags zurückgezogen, um zu sich selbst und zu Gott zu finden. Aus dieser Haltung, die mit Verzicht aber auch mit neu gewonnener Freiheit einhergeht, haben sie ein klares und geordnetes Lebenskonzept entwickelt, in dem die andauernde Anbetung, im Mittelpunkt steht. Daraus entwickeln sich Courage und Engagement. Das habe, so Priorin Helene Binder, auch der Ordensgründer Abbé Faller im Elsass vorgelebt.

Das segensreiche Engagement der Klosterschwestern in Neustift ist sichtbar, in der modernen Columba-Neef-Realschule für Mädchen, im Kindergarten und in ihrem Haus für geistliche Einkehr, der „Geistlichen Zelle“ mit seinen Angeboten. Mit ihrem Klostergarten, der auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich ist, haben sie für sich und für Besucher eine spirituelle Oase geschaffen.

Der Respekt vor diesem Lebenskonzept wurde auch in der Projektpräsentation von Schülerinnen der 9. Klasse sichtbar, die im Team zum Jahresthema “Mit Gott die Welt bewegen“ an der Entstehungs- geschichte des Ordens und des Klosters Neustift gearbeitet hatten und dies nun vor den Gästen mit passendem Bildmaterial und in schülergerechten Dialogen vorführten.
Selina Eder; Saskia Haider; Andrea Reegirt und Kathrin Weber hatten in ihre Präsentation Interviews mit den Klosterschwestern eingebaut und einige wurden vor Ort befragt.

Schwester Cecilia, die aus Egglham stammt, ist 32 Jahre alt und hat den Beruf der Industriekauffrau erlernt. Sie hat sich schon als Jugendliche in der Kirchenmusik engagiert. „Irgendwann merkte ich“, so Schwester Cecilia, „dass da ja nicht nur Musik, sondern auch Botschaft transportiert wird“ und dabei strahlen ihre Augen.

Schwester Julitta wird im August 95 Jahre alt! Sie überrascht den Zuhörer durch ihr absolut präzises Gedächtnis. Ihre Bilanz klingt überzeugend: „Im Alter wird es immer deutlicher, dass jemand lenkt und uns führt, und das größte Glück ist der innere Friede.“

Jede Klosterschwester hat ihre Aufgabe und verrichtet Dienst an der Gemeinschaft. In einigen Bereichen sind inzwischen auch “weltliche“ Angestellte beschäftigt. Es sei ein Segen, dass sich diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so problemlos in den Klosterbetrieb eingefügt hätten. „Es ist egal, was wir arbeiten, wichtig ist allein, dass Gott durch uns verherrlicht werde“, sagt Schwester Edith bei der Klosterführung.

Priorin, Sr. Helene Binder betonte: „Schwestern lassen sich rufen und übernehmen Verantwortung“. Sie, die außer für Neustift auch noch für die Ordensgemeinschaften in Frankreich und Österreich verantwortlich ist, war sich völlig sicher, dass es die Benediktine-rinnen der Anbetung auch in Zukunft geben werde, nur die Aufgabenstellungen würden sich wohl den sich ändernden Notsituationen anpassen müssen.

-ke (Text verkürzt –K. Ed.) 20.04.16

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

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Am vergangenen Sonntag, dem Dreifaltigkeitssonntag durften sieben Benediktinerinnen der Anbetung viele Glückwünsche entgegennehmen. Die Jubilarinnen, die auf ihr 50, 60 und 65-jähriges Professjubiläum zurückschauten, feierten in der lichtdurchfluteten Klosterkirche mit Ihrem Konvent, Verwandten, „Ehemaligen“ und vielen Bekannten ihren Tag des Dankes und der Freude. Hat Gott doch in jeder einzelnen Schwester seine Spuren hinterlassen. Das Professversprechen, bei Ihrer ersten Profess vor vielen Jahren abgelegt, durften nun die Jubilarinnen in einem feierlichen Gottesdienst im Gesang des „Suscipe“- dem „Herr, nimm mich auf, wie du verheißen hast“, dem Herrn zurückschenken und zugleich erneuern.

Die Jubilarinnen wurden beim Gottesdienst beim Namen genannt und dankten für Ihre vergangenen Professjahre. Diese sind:

Sr. M. Emerentiana Lang; 65 Professjahre

Sr. M. Claudia Kellermann; 60 Professjahre

Sr. M. Engelberta Krenn; 60 Professjahre

Sr. M. Cyrilla Zimmer; 60 Professjahre

Sr. M. Silvia Angerer; 60 Professjahre

Sr. M. Angelika Leitl; 60 Professjahre

Sr. M. Dagmar Kreitmayr; 50 Professjahre

Den Festgottesdienst, den die harmonische „Hammerschmid Musi“ aus Neustift, von der Empore aus umrahmte, zelebrierte Spiritual Hr. Altabt Christian Schütz, sowie P. Eugen Lausmann SM, der vom Rollstuhl aus, im Altarraum mitfeierte. In seiner Ansprache verwies Vater Abt auf die Weisheit der Wüstenväter, mit der Frage: „was muss ich denn unbedingt, wissen, um Gott zu finden?“ Und die Antwort finden die Schwestern in ihrem eigenen Leben, im lebendigen Gott der ihr Leben durchkreuzen durfte und der sie mit seiner Gegenwart in den Höhen und Tiefen des Lebens reich beschenkt und herausgefordert hat.

Für die pflegebedürftige Jubilarin Sr. Emerentiana Lang, die im Altenheim ihren Festtag verbrachte, sowie für die Verstorbenen Jubilarinnen: Sr. Leokardia Regnat, Sr. Stilla Jäger und Sr. Hildegard Schönhofer, gedachten die Gottesdienstbesucher besonders im Fürbitten Gebet.

Wir wünschen allen Jubilarinnen, dass sie noch lange aus der Festtagsfreude zehren und im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes Trost und Kraft für ihren Alltag finden.

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Ich bin der Weg und die Wahrheit, und das Leben! Joh. 14,6

am Samstag, dem 28. Mai 2016

wird unsere Schwester Anna Schütz OSB

während der Eucharistiefeier um 9:00 Uhr ihre Ewige Profess ablegen.                                                                                  

Dieser große Tag ist mit dem Tag der Hochzeit vergleichbar. In Freiheit entscheidet sich Sr. Anna durch das ablegen ihrer klösterlichen Gelübde sich unwiderruflich an Christus zu binden. In der Gegenwart Gottes, unserer Gemeinschaft und aller Anwesenden legt sie ihre benediktinischen Versprechen ab und bindet sich somit fest an unsere Gemeinschaft der Benediktinerinnen der Anbetung.

Verwandte, Freunde und Bekannte sind dazu herzlich willkommen.

Wir laden Sie ein, mit uns die Gebetsnovene vom 19.05. bis 27.05.2016 für Sr. Anna zu beten.

 

Sr. Anna Ausschnitt aus Professbild mit Marzipantorte

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Am Sonntag, 22. Mai 2016 ist ein großer Festtag im Mutterhaus des Klosters Neustift. Gemeinsam feiern sieben Schwestern der Benediktinerinnen der Anbetung mit ihrem Konvent ihr Professjubiläum.

Zeit: 10:00 Uhr in der Klosterkirche

In großer Dankbarkeit und Freude darf eine Schwester ihrer 65 Professjahre gedenken, weitere 5 Schwestern feiern ihren „diamanten“ Festtag und eine ihre goldenes Jubiläum.

Gäste, Freunde und Familie aus den Heimat- oder Einsatzorten der Jubilarinnen sind herzlich willkommen.

65 Professjahre Sr. M. Emerentiana Lang
60 Professjahre Sr. M. Claudia Kellermann

Sr. M. Engelberta Krenn

Sr. M. Cyrilla Zimmer

Sr. M. Silvia Angerer

Sr. M. Angelika Leitl

50 Professjahre Sr. M. Dagmar Kreitmayr

 

                                

                                 

                                                              

                                 

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Exerzitienteilnehmer feiern erstmals gemeinsamen Abschlussgottesdienst mit Bischof Stefan Oster

(Passau/Neustift/Ortenburg pbp): Sechs Wochen sind vorbei. Sechs Wochen, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Exerzitien im Alltag“ sich jeden Tag 15 bis 30 Minuten Zeit genommen haben, um Gott im alltäglichen Leben zu suchen und zu finden. Unterstützt wurden die rund 300 Frauen und Männer aus dem Bistum Passau von Sr. Conrada Aigner, Referentin des Referates Exerzitien und Spiritualität als auch haupt- und ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern. „Exerzitien heißt Übungen. Übungen, die helfen, Gott im eigenen Leben zu entdecken. Sie sind ein fester Punkt, um Gott im Alltag zu entdecken, eine Hilfe, um mit Gott ins Gespräch zu kommen, einmal am Tag eine Wohltat für die Seele", erklärt Sr. Conrada Aigner. Das diesjährige Thema dazu lautete „Der kleine Weg im Alltag“ und damit haben die Verantwortlichen bewusst Menschen angesprochen, die kein großes Beratungsgespräch brauchen, sondern tägliche kleine Impulse und Zeiten des Innehaltens, die das Leben leichter machen, weil die Menschen Gott in ihrem Leben wieder intensiver spüren und sich dadurch begleitet wissen. „Die Exerzitien haben mich sehr bereichert. Die Gedanken von Madeleine Delbrêl haben mich sehr inspiriert und ich hoffe, dass das auch weiterhin anhält“, berichtet Anna, eine Teilnehmerin aus dem Pfarrverband Lalling.

Unterstützend bekamen die Teilnehmenden Impulse unter anderem aus Texten der katholischen Mystikerin Madeleine Delbrêl aus Frankreich und sie trafen sich wöchentlich mit den haupt- und ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern der Exerzitien im Alltag, um sich auszutauschen, gemeinsam zu üben und auf diese Weise „eine echte Beziehung zu Gott aufzubauen und zu pflegen. Das war das Ziel“, so Schwester Conrada Aigner.

Zum Abschluss der sechs Wochen feierte erstmals Bischof Dr. Stefan Oster SDB, zusammen mit Konzelebrant Altabt Dr. Christian Schütz OSB am Freitag, den 15. April in der Klosterkirche der Benediktinerinnen der Anbetung einen großen Abschlussgottesdienst mit den Teilnehmenden. „Wir brauchen immer wieder Orte, Räume, Ausdrucksformen, die uns helfen in den Glauben hineinzukommen, den Glauben zu vertiefen, den Glauben zu kommunizieren. Eine Umgebung, die uns hilft zu bleiben und zu wachsen“, so Bischof Stefan in seiner Predigt. In unserer Kultur sei das heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Immer häufiger müsse sich der Gläubige rechtfertigen, dass er glaubt und nicht umgekehrt. „Ich glaube, dass es heute in unserer Glaubensverkündigung ganz intensiv darum geht, dass wir einander helfen, in die Berührung mit Jesus zu finden. Nicht nur in Wörtern, aber in Erfahrungsräumen, im gemeinsamen Gebet, im gegenseitigen Zeugnis. Ich bin dankbar, dass ihr miteinander solche Wege geht und nach dem Herrn sucht und euch nach ihm ausstreckt. Erzählt euch immer wieder neu, wer für Euch der HERR ist. Er ist unser Leben.“

Mit einer anschließenden Agape endete eine intensive und bewusste Zeit, das eigene Verhältnis zu Gott in den Blick zu nehmen.

Spuren und Sehnsüchten folgen


Jubiläumsfest der Benediktinerinnen der Anbetung mit Wander-Exerzitien im Elsass

Neustift bei Ortenburg. Rucksack und Wanderschuhe kommen bald wieder zum Einsatz: Die Benediktinerinnen der Anbetung bieten wieder Wander-Exerzitien ins Elsass an. „Im Mittelpunkt steht nicht nur das Gehen, es ist auch ein innerliches Vorwärtskommen“, betont Sr. Edith Kußmann OSB, die die Wander-Exerzitien leitet.

Zu dieser Veranstaltung gibt es einen ganz besonderen Hintergrund: Die Benediktinerinnen feiern heuer den 200. Geburtstag ihres Gründers Pfarrer Alois Faller. Zum Programm des Jubiläumsjahres gehören auch diese Wander-Exerzitien vom 3. bis 9. Mai im Elsass, der Heimat des Ordensgründers. Bei Sr. Edith Kußmann OSB vom Kloster Neustift sind die Teilnehmer dabei in den besten Händen: Die 53-jährige Ordensfrau bietet seit Jahren Wander-Exerzitien an – zum Beispiel im Elsass und im Burgund. Den „Härtetest“ hat sie bestanden, als sie heuer im Februar im Elsass durch den nasskalten Schneeregen stapfte.

Sr. Edith gibt Auskunft: „Entlang der elsässischen Weinstraße und des Jakobsweges pilgern wir vom Wallfahrtsort Reinacker bis zum berühmten Odilienberg durch malerische Dörfer, abgelegene Pfade und weite Täler in die Stille der klösterlichen und einfachen Unterkünfte. Im Wechsel von schweigendem Unterwegs-Sein, monastischen Impulsen, Gebet und Austausch gehen wir unseren eigenen Spuren und Sehnsüchten nach.“

Höhepunkt der Wanderung ist die Teilnahme an der Jubiläumsfeier in der historischen Kleinstadt Barr, zu der Schwestern aus Wien, Neustift und Bellemagny mit dem Bus anreisen. Dabei wird am Faller-Haus eine Gedenktafel enthüllt. Hier wurde am 8. Mai 1816 der Gründer der Kongregation, Pfarrer Alois Faller, geboren, hier verbrachte er seine Jugendjahre. Seine Eltern hatten hier eine große Gerberei. Im gut 100 Kilometer entfernten Bellemagny legte er 35-jährig das Fundament für die Gründung der Kongregation der Schwestern der Ewigen Anbetung. Die ersten drei Kandidatinnen traten am 19. März 1851 ein – der Anfang für die jetzige Kongregation, die derzeit mit einer Postulantin und einer Novizin 116 Schwestern und rund 250 Angestellte zählt. Heute gibt es zwei Häuser in Frankreich, zwei in Österreich und zwei in Bayern. Generalpriorin für die Kongregation ist Sr. Helene Binder (Kloster Neustift).

Zum ersten Mal wird es heuer möglich sein, das alte elsässische Faller-Haus auch innen zu besichtigen, denn Sr. Edith Kußmann hat bei ihren Vorbereitungen für das Jubiläumsprogramm auch Kontakt zu der Mitbesitzerin dieses Hauses, Mirjam Vitry, geknüpft. Ein Höhepunkt des Festprogrammes am 8. Mai wird sicherlich der feierliche Gottesdienst in Deutsch und Französisch sein.
Einzelheiten zur Wanderung verrät Sr. Edith Kußmann OSB: „Mit dem Wallfahrtsort Reinacker betreten wir die erste Klosterpforte und pilgern entlang des Weges zu den historischen Dörfern und Klöstern Westhoffen, Bischenberg, Mont Saint-Odile, Andlau und Chatenois. Allein der Odilienberg ist beeindruckend: „Von der weltbekannten Wallfahrtsstätte der heiligen Odilia, dessen Klosteranlage einen burgähnlichen Charakter hat, hat man auch eine gigantische Aussicht ins Rheintal“, so Sr. Edith voller Vorfreude.

Der Tag beginnt und endet mit einer Gebetseinheit und wird von benediktinischen Impulsen unterbrochen. Das Motto lautet: „Gott im Unterwegs-Sein begegnen“. Dazu gehören Schweige- und Gesprächszeiten, Anbetung, Eucharistiefeier, bewegte Sehnsucht „auf Gott hin“. Die tägliche Strecke sei steigend von 9 bis 20 Kilometer auf sechs Tagesetappen verteilt, so Sr. Edith, ein Idealgewicht von 7 Kilogramm für den Rucksack empfehlenswert. Entscheidend sei auch die Fähigkeit, still werden zu können, betont Sr. Edith, Referentin für Kurse mit Schwerpunkt auf der benediktinischen Spiritualität und Geistliche Begleitung: „Gerade im Gehen kann man sein Leben nochmal neu betrachten. Es ist unglaublich, was sich da alles auftut. Gott schenkt Lösungen, die vor allem aus der Stille und dem gemeinsamen Gebet kommen!“

Für Rückfragen und Anmeldung zu den Wander-Exerzitien im Mai steht Sr. Edith Kußmann OSB vom Kloster St. Scholastika in Neustift zur Verfügung

Bitte beachten Sie, dass wir nicht immer genügend Plätze für unsere Veranstaltungen anbieten können. Aus diesem Grund handelt es sich hier um eine unverbindliche Anmeldung Ihrerseits. Die konkrete Anmeldung zur Veranstaltung wird erst durch die Bestätigung des Kloster gültig. Vielen herzlichen Dank!

 

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Sr. Edith Kußmann OSB (Mitte) vom Kloster Neustift in ihrem Element: Dieses Foto zeigt die Ordensfrau bei Wander-Exerzitien im Elsass auf dem Weg zum bekannten Odilienberg (im Hintergrund). Dorthin führen auch die Exerzitien im Mai. Neben Sr. Edith steht Mirjam Vitry, Mitbesitzerin des Faller-Hauses, wo Alois Faller, der Ordensgründer der Benediktinerinnen der Anbetung, vor 200 Jahren geboren wurde. Foto: privat

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Herzlich willkommen!

Nutzten Sie die Gelegenheit sich im Kloster der Benediktinerinnen in Neustift über das Leben und Wirken der Schwestern zu informieren. Wir laden Sie ein, aus Anlass des 200. Geburtstages unseres Gründers,mit uns zu beten, zu essen, zu singen und beisammen zu sein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Datum: 23.04.2016

Zeit: 14:00h – 21:00h

Ort: Kloster Neustift; Ortenburg - Tel.: 08542 9600 0    

Ein buntes Programm erwartet sie mit Führungen durch das Kloster und dem Spirituellen Garten und einiges mehr,…                                                                                                                  

14:00 Uhr Klosterführungen, Powerpoint

17:15 Uhr Vesper mit dem Konvent, kleiner Abendimbiss

19:30 Uhr gestaltete Anbetungsstunde mit Lobpreis und Stille                                                                                                                              

Jeder ist frei zu Kommen und zu Gehen, wenn er mag.

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Herzliche Einladung mit uns Benediktinerinnen die  Kar -und Ostertage zu feiern.


Wir laden Suchende und Gläubige ein, den Höhepunkt des Kirchenjahres:


Jesu-Christi Tod und Auferstehung als Herzstück  des christlichen Glaubens mit uns zu feiern, zu beten, sich zu besinnen und den Herrn anzubeten.


Den liturgischen Handlungen wird Altabt Dr. Christian Schütz vorstehen.

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"Einfach leben oder einfach leben", so fragte eine Angestellte kürzlich, was meinen Sie, als Benediktinerinnen damit?

Und Sie hatte genau das Körnchen in der Fastenzeit angesprochen, um was es uns geht. Denn wir leben nicht "einfach so" in den Tag hinein, sondern mit festen
Gebets- Arbeits- Erholungszeiten und das tut gut. Dagegen bemühen wir uns besonders in der Fastenzeit um einen einfacheren Lebensstil, sei es im wahrhaften
Wort, im aufrichtigen Tun oder im konkreten Verzicht.

Fangen wir einfach an,. überdenken wir unsere Gewohnheiten, was ist dran: neue Strukturen, bewusster Verzicht auf Dinge, Erneuerung im hl. Geist.

4. Die Fastenzeit 01.03.16 Bild

Alles hat seine Zeit. „Bist du oberfromm?“ – Nein, ich suche einen „Ort“, wo ich wirklich sein kann. Eine Pilgerin berichtet über ihre Auszeit im Kloster Neustift. Vielleicht schenkt Ihnen dieser Bericht neuen Mut, die Fastenzeit unter dem Aspekt des Aufbruchs zu setzen. Zu einem inneren Weg, zu Gott.


Fangen wir einfach an,… legen wir unsere Rollen ab, lassen wir uns erlösen durch die stillen Momente des Lebens.

 

Auszeit im Kloster – Innehalten auf dem Pilgerweg des Lebens (PDF)

3. Die Fastenzeit 23.02.16

 

„Was machen deine Fastenvorsätze“, fragt die eine Schwester, die andere...

Hören, gut Hinhören ist die neue Kunst unseres schnelllebigen Lebens. Unser Ordensvater, der Hl. Benedikt rät ganz einfach: „Neige das Ohr deines Herzens“. Wir werden staunen, was wir mit Gottes Hilfe alles Gutes hören und unsere Lebensqualität erhöht sich um nu.

Fangen wir einfach an,…hören wir im anderen, was Jesus-Christus uns zu sagen hat. Schenken wir uns ein gutes Wort und wir werden leben, in Fülle.

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... sich in der Ikone der Freundschaft Jesu, erneut von Jesus finden zu lassen. Als Freund kennt und liebt er mich und legt wohlwollend seinen Arm um meine Schulter. So begleitet er mich in meinem Alltag, geht Schritt für Schritt mit mir und sucht mein Herz von neuem zu entbrennen.

Fangen wir einfach an,…denn Jesus-Christus ist der Freund des Lebens.

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Jeder ist eingeladen sich in diesen Wochen der Vorbereitung auf Ostern mit neuem Vertrauen an Gott zu wenden.

Gibt er mir doch die Chance jeden Tag umzukehren. Wie wäre es damit, nicht den Kopf hängen zu lassen; mich erneut aufzumachen um gut über andere zu reden, ihnen aufrichtig zuzuhören, meinem Nächsten die Hand zu reichen, mein Herz und Gebet zu schenken. Mich von Gott berühren zu lassen, der in mir wohnt.

Fangen wir einfach an,…denn Gott ist die Liebe.

„Die Fastenzeit ist eine Einladung, sich auf das Wesentliche zu besinnen.

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Unser Programm für 2016 - jetzt herunteladen!

Danke an alle Sponsoren, die uns diesen E-Auto-Flitzer ermöglicht haben!

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Landratsamt Passau, Kagerer Erich, Reha Team Mais, Zimmerei Pletz, Niederbayrische Schotterwerke, Wiedemann GmbH, Tempton Personaldienstleistungen, WCL Werbear-tikel und Textilverdelung, Hans Maierhofer Bau und Möbelschreinerei, Dr. med. dent. Eva Maria Sänger, Butzenberger Stahl- und Metallbau, Josef Meier Jägerwirth, Dr. Brigitte Pfeiffer, Dr. med. Christine Baer, Schreinerei Köck und Brummer, Sprödhuber Erwin, Hellers Gastro GmbH, Verkehrsunternehmen Behr GmbH, Auxilium Aktienge-sellschaft, Apotheke am Bahnhof Vilshofen, Bernhard Kral Malerbetrieb GmbH, Fenster Tech Bauelemente GmbH, Schloss Apotheke Ortenburg, Malerbetrieb Rist Vilshofen, Aufzugsdienst Pfefferl GmbH, Fischer Kopiersysteme, Dieter Langmeyer Bäckerei und Cafe, Josef Scheuer Heizung und Sanitär, Kahlert Walter Raumausstattung, Logopädie & Cranio Sacrale Therapie Orthuber Barbara, Elektro Hofer Neustift, Friedrich Müller Land- und Gartentechnik, Sandner Anlagentechnik GmbH Heizung und Sanitär, Stadler Großhandelshaus Textil und Bekleidung, Schneemayer Bau GmbH, Missionsbenedikti-nerabtei Schweiklberg, Schalt und Regeltechnik Kosa, Max Keim Spenglerei Blitz-schutzbau, Schuhhaus Lätz, Polsterei Kastner, Stein Schwerte GmbH, Optik Thierfelder, Gebäudereinigung Paulus Rieger, Zimmerei Josef Fischer GmbH, Regina Schmidtmayer Garham, Zahnarztpraxis Dr. Josef Niederfeilner, Rollandenbau Gimpl GmbH, Spenglerei Friedl GmbH, Betonsägearbeiten und Kernbohrungen Vogl Gerhard, Gemeinschafts-praxis Geyer Franz Ortenburg, Gabriele Fonteyne, Heike Wenzl, Kunstschmieder Arbinger, Pumpentechnik und Elektro Pauli, Christine Miedaner, Schreinerei Innenaus-bau Stadler, Gemeinschaftspraxis Dr. Christoph Baitinger, Möbel Schuster Passau, Kuffner IT Networks, Elektroanlagen Johann Vogl GmbH, Glas Dersch GmbH, Brauerei Hacklberg, Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin Fr. Dr. med. Monika Brandt, Dobler Reisen, Hans Öttl Garten und Pflanzen, Goldschmiede Niederhofer, Schana Bernhard, WLS Bürotechnik GmbH, Estrich Ernst GmbH Ortenburg, Entsorgungsfachbe-trieb Pindel, Berger Bau GmbH, Digitaldruck Brunner, Baumgartner GmbH, Glaskunst-werkstätten Fritz, Schreinerei Josef Greiler - und viele andere Freunde und Bekannte!

2015 12 08

Im kommenden Jahr werden es  200 Jahre, dass der Gründer der Benediktinerinnen geboren wurde.Aus diesem Anlass feierten die Benediktinerinnen am 21.11. -der Sterbetag des Gründers ist am 23.11.-einen feierlichen Eröffnungsgottesdienst. Der Eucharistiefeier stand Altabt Christian Schütz OSB vor und die musikalische Umrahmung wurde schwungvoll von der Lobpreisband "Fresh" unter Leitung von Robert Guder gestaltet.

Ein Jubiläum feiern heißt, sich der erhaltenen Gnaden zu erinnern und dies in Freude und Hoffnung zu bezeugen. Wir möchten diese Freude im kommenden Jahr mit allen teilen, die in Kontakt mit unserer Gemeinschaft stehen oder ihr Leben mit uns auf je verschiedene Art und Weise teilen.


Altabt Christian betonte in seiner Predigt:                                                                                                                       
Von ihrem Stifter haben die Benediktinerinnen der Anbetung das Charisma der Anbetung, der Liebe Christi übernommen, die sich vor allem in der Eucharistie fortwährend an uns verschenkt. Darin ist Gottes Geist als der eigentliche Stifter am Werk. Die Schwestern haben diese Gabe und Aufgabe nicht für sich, sondern für die Kirche und die Welt empfangen. An Orten, wo sie leben und tätig sind, halten sie die ihnen anvertraute Sendung stellvertretend für viele bis heute hoch. Dieses Zeugnis anbetender Liebe ist in einer Zeit, in der Liebe so
missverstanden gelebt und Gottes Bild oft verdunkelt wird aktueller und notwendiger denn je.                                                              
                                                                                 
Die Predigt im Ganzen lesen Sie hier

workandpray

Unter dem Motto "work and pray" gibt Isabela Straßer einige Erlebnisse wieder, die sie zusammen mit anderen Jugendlichen vom 04. bis 06.11.15 bei uns erlebten.

Mit mir lernten sieben Ministrantinnen aus unterschiedlichen Pfarreien in vier Tagen unter dem Motto "work and pray", das Leben der Benediktinerinnen der Anbetung im Kloster Neustift kennen. Wir nahmen an den Gottesdiensten und festen Gebetszeiten teil, die am Anfang noch etwas verwirrend für uns waren; doch mit der Zeit spielte sich der Ablauf ein. Wir schnupperten und halfen in verschiedenen Aufgabenbereichen des Klosters, wie: Gartenarbeit, Basteln, Kindergarten und Küche und ministrierten natürlich in der großen Klosterkirche. Auf was wir uns jedoch am meisten freuten war die Fragestunde mit vier Benediktinerinnen und einer Kandidatin. Dabei wurden diese bis ins letzte Detail gelöchert, denn die Fragen gingen uns lebhaften Mädchen erst nach zwei Stunden aus. Von "Darf man sich als Schwester schminken?" bis "Wie kamen sie zu ihrem Schwesternnamen?" war alles mit dabei. Vielen wurde dabei klar, dass ein Leben im Kloster nichts für uns wäre, doch wir bewundern und schätzen die Schwestern für ihre Lebensentscheidung.
So gingen die Tage viel zu schnell rum und mit vielen schönen Erinnerungen an unsere „Klosterzeit“ fuhren wir Ministrantinnen und unsere Begleiterinnen reich beschenkt nach Hause zurück.

(verkürzter Text von der Schülerin Isabela Straßer, RS Neustift bei Ortenburg)

eauto

Die Benediktinerinnen der Anbetung steuern als erstes Kloster deutschlandweit ein Elektroauto mit der Marke Renault.

Dank des Engagements der Firma Riedel & Kaiser und durch viele hochherzige, regionale Sponsoren, war es dann am Freitag, den 30.10.15 soweit: das Auto wurde feierlich der Oberin des Klosters, Priorin Helene Binder und den anwesenden Schwestern übergeben.

In der kleinen Feierstunde betonte die Priorin, dass es im Kloster schon länger Überlegungen gab, auf E-Mobilität umzusteigen. Dank der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus und dem bald darauf folgenden Angebot der Firma Riedel & Kaiser wurde dann die Anschaffung eines E-Autos als Beitrag des Klosters zum Umwelt- und Klimaschutz in die Wege geleitet.

Der engagierte Geschäftsführer Karl-Heinz Kaiser von der Firma Mobil Marketing aus Deggendorf betonte zunächst, dass er gerne nach Neustift zu den Benediktinerinnen gekommen sei, denn es sei immer noch außergewöhnlich, dass in ein Fahrzeug, das zu einhundert Prozent elektrisch betrieben werde, investiert werde. Kaiser weiter zu dieser Anschaffung: „Sie zeigen damit der Bevölkerung, dass die Elektro-Mobilität möglich ist und setzen hier ein Beispiel, ein Zeichen“, betonte Kaiser, ehe er dann feierlich die Fahrzeugschlüssel an Priorin Sr. Helene Binder überreichte. Weiter freute er sich über die gute Zusammenarbeit mit Sr. Gabriele Kren, die den geschäftlichen Teil der Werbefinanzierung mit abgewickelt hatte. Er wünschte den Fahrerinnen allzeit eine gute, unfallfreie und erholsame Fahrt.

Ebenfalls trug das Landratsamt Passau als Geburtshelfer zu dieser E-Auto-Entscheidung wesentlich bei. Dessen Klimaschutzbeauftragter, Hr. Peter Ranzinger gratulierte den Benediktinerinnen zu diesem Schritt mit den Worten: „Sie haben ein tolles Zeichen gesetzt, das in unserer Gegend Beispiel macht“ und er spendierte spontan eine „Wall-Box“ für die perfekte Aufladung.

Schmunzelnd erklärten die Herren den Klosterschwestern dann anschließend: „Fahren sie aber nicht zu schnell, denn das Auto ist zwar steuerfrei, jedoch nicht frei von Strafzetteln“.

Ein weiterer Höhepunkt war dann die Fahrzeugsegnung durch Abt Christian Schütz. Zum einen hob er aus der Regel des hl. Benedikt die Bedeutung der Kostbarkeit und des sorgenden Umganges mit den uns anvertrauten Geräten und Gütern hervor und zum anderen, dass wir daran glauben dürfen, dass Gott uns beschütze und begleite auf all unseren Fahrten. Schließlich seien wir zudem Fahrer- und Fahrerinnen eines E-Autos mit dem Friedenskennzeichen PA IX 321E.

Doch letztlich ist in Gottes Segen alles gelegen.

Na dann, gute Fahrt!

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Die Benediktinerinnen der Anbetung feiern aus Anlass des Geburtstages ihres Gründers Abbé Alois Faller, ihr 200jähriges Jubiläumsjahr.

Zum Eröffnungsgottesdienst

am Samstag 21. November 2015
laden sie herzlich ein


19:00 Uhr in der Klosterkirche


mit der Lobpreisband „FRESH“
anschl. Anbetung bis 22:00 Uhr

 

Flyer 1 Jubi pdf

Fr. Marianne Bledl 2. Vorsitzende

Ordentliche Vereinsversammlung am 26.09.2015 - der Benediktusverein des Klosters Neustift wählt mit Fr. Marianne Bledl ein neues Gremium.


In froher Stimmung dankte die Vorsitzende des Benediktusvereins e.V., Priorin Sr. Helene Binder den Teilnehmern der diesjährigen Vereinsversammlung für ihr Kommen. Auf dem Programm stand im Anschluss an den Rechenschaftsbericht, der von Sr. Rita Düchting, Leiterin des Vereins, verlesen wurde, die alle 6 Jahre wiederkehrende Wahl an. Die 1. Vorsitzende ist obligatorisch Sr. Helene Binder, als Priorin des Klosters Neustift. Als 2. Vorsitzende wurde, nachdem sich die ausscheidende Frau Englmüller nicht mehr zur Verfügung stellte, einstimmig Frau Marianne Bledl gewählt. Zur Schriftführerin wurde ebenfalls einstimmig die bisherige engagierte, Sr. Rita Düchting wieder gewählt. Priorin Helene informierte anschließend die Vereinsmitglieder über Aktivitäten und Ereignisse der vergangenen Monate im Konvent, wie die Renovierung der Schwesternzimmer, die Dachsanierung und die personelle Entwicklung, um nur einiges zu nennen. Und im Blick auf das neue Vereinsjahr rückte sie das bevorstehende 200jährige Jubiläumsjahr - der Gründer der Benediktinerinnen der Anbetung, Alois Faller, wurde vor 200 Jahren geboren - in den Fokus. Für das Jahr 2016 steht eine Info- und Bildungsfahrt für Schwestern und eine für Mitarbeiter ins Elsass an, ebenso verschiedenste Veranstaltungen innerhalb und außerhalb des Klosters. In diesem Kontext informierte Sr. Edith Kußmann über die geistliche Bildungsarbeit im Kloster Neustift. Angebote, die die Menschen anziehen sind: Einkehrtage, eine Reihe benediktinischer Nachmittage, die Pfingstwallfahrt, Abendreihen durch die Fastenzeit und besonders die beliebten Wanderexerzitien im Elsass auf dem Jakobusweg und heuer auch in Dijon. Ebenso prägten die monatlichen Anbetungs- oder Lobpreisabende das Jahr 2015.


All diese Erfahrungen ermutigen uns Schwestern, bei unserer Arbeit, sei es die Anliegen der Menschen durch unsere Gebete zu begleiten oder Ihnen Mut und Trost zuzusprechen oder für sie Angebote bereitzustellen, weiterzumachen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Mitgliedern des Benediktusvereins und Freunden, die 2015 uns durch Ihre Mithilfe im Verein oder durch Spenden unterstützt haben oder unserer Einladung nach Neustift gefolgt sind.

 

7 Sr. Lidwina mit ehem. und jetzigen Bgm. Halser u. Lang

Schade, dass sie geht, mehr als schade,Kinder, Kolleginnen und halb Neustift verabschiedeten sich von der scheidenden Kindergartenleiterin, Sr. M. Lidwina Spichtinger. Dazu kamen in einem feierlichen Dankgottesdienst, der von Pater Benedikt Schneider zelebriert und musikalisch von Martin Göth zusammen mit dem Personal und den Kindergartenkindern gestaltet wurde, Jung und Alt zusammen.
Sr. Lidwina hat 23 Jahre mit frohem Einsatz in unserem Kindergarten St. Martin gewirkt. Für ihren unermüdlichen, liebevollen Dienst bedankten sich unter anderem die Priorin des Kloster Neustifts Schwester M. Helene Binder, Caritasvertreterin Claudia Pagler, Bürgermeister Stefan Lang, Elternbeiratsvorsitzende Doris Bauer und die neue Leiterin des Kindergartens Martina Göth. Anschließend fand bei schönem Wetter ein gemütliches Beisammensein mit Sektempfang im Klostergarten statt.

In jedem Ende liegt ein Neubeginn – wir wünschen Sr. Lidwina viel Freude bei Ihren neuen Aufgaben im Kloster Neustift.

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Freudige Stimmen durchdrangen unsere Klosterkirche, als am 27. September der Erntedank-Gottesdienst gemeinsam mit der Pfarrei Neustift und dem Konvent der Benediktinerinnen der Anbetung gefeiert wurde. Ein bunt gemischtes Bild bot sich, als jung und alt, Schwestern und Pfarrei zusammen Gott lobten und dankten. Die musikalisch, motivierten Sänger, gebildet aus allen Chören des Gesangsvereins Neustift, steckten mit ihrem frohen Klang der „Ettaler Liebfrauenmesse“, unsere Herzen mit echter Dankbarkeit an.

Ebenso war die kunstvoll aufgeschichtete Erntedank-Dekoration am Altar ein farbenfroher Blickfang, der zur Dankbarkeit einlud.

Ein herzliches "Dankeschön" an alle Beteiligten, besonders auch Pfarrer Pater Benedikt, der dem festlichen Gottesdienst vorstand.

 

 

Lobpreisabend Sep 15 Spieler

Alles konnten die Beter des Lobpreisabends in Form von Fürbitten, Liedern, in stillen Minuten und einfach durch seine Gegenwart, die allein schon für sich spricht, vorbringen. Beim Herrn auftanken, eine Gemeinschaft finden, die sich in unserem christlichen Glauben trifft, das war der Reichtum dieses Abends. Durch den Tiefgang von Lobpreisliedern nahmen wir so manche Melodie mit nach Hause, in unseren Alltag. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal am 4. Dezember und laden Sie dazu recht herzlich ein.

 

Vom 15. – 22.08.2015 unter dem Motto „frage nicht weiter,… geh“ - von Dagmar Schönhuber.

Bei herrlichem Sonnenschein, die Füße gewappnet mit guten Wanderschuhen, erlebten wir neben einer weiten Landschaft im Burgund, der selbstverständlichen Gastfreundschaft in den berühmten Klöstern: La Pierre-qui-Vire und bei den Mönchen in Cîteaux, besonders den Reichtum der Stille und Einkehr,… lesen Sie, wie eine Pilgerin berichtet:



Bei spirituellen Wanderexerzitien unter einfühlsamer Anleitung und Begleitung durch Sr. Edith Kußmann suchten und fanden wir den Weg in die Stille. Das war nicht einfach, doch Sr. Edith lieferte uns durch Impulse, wie zum Beispiel „Freiheit durch Glauben“ oder durch „Einblicke in das Leben, Wirken und die Spiritualität des heiligen Bernhard de Clairvaux“ immer wieder Gedankenanstöße, die uns halfen, zu uns zu kommen.
 
Unseren „Stützpunkt“ hatten wir in einem Schlösschen in Préville vor den Toren Dijons. Dieses Schlösschen ist eine Filiale des Klosters der Benediktinerinnen der Anbetung in Dijon. Die dortige Oberin Sr. Marie-Claire versorgte uns bestens. Ihre Herzlichkeit und Fröhlichkeit war Balsam für uns.
Natürlich bereicherten auch charmante, hilfsbereite Franzosen unsere Wanderexerzitien. …, hatte doch jeder Tag einen Höhepunkt.
 
Bei der Abbaye de la Pierre-qui-vire, die auf einem Berg erbaut ist, erlebten wir einen besonderen Wüstentag. Mit einer Wanderkarte ausgestattet, suchten wir uns den Weg durch Wald,- Heidekraut,- und Talgebiete selbst und erprobten dabei das eigene Vertrauen. Es war eine Übung, was die innere Einkehr in Einsamkeit mit uns macht, wie es mir ergeht, wenn ich Fremdland betrete und zugleich neben der wunderbaren Natur meine Eigenkräfte entdecke.
 
In der Abbaye Notre-Dame de Citeaux, die in einem Tal gelegen ist, konnten wir den monastischen Gesängen der Mönche bei den Stundengebeten und der feierlichen Messe lauschen. Dazu kam eine wundersame Stimmung, verursacht durch den Einfall der Sonnenstrahlen, vermischt mit Weihrauch… das war Mystik pur.

Dann gab es noch etwas Besonderes. In den Abteien nahmen wir, wie alle anderen Beter und Gäste auch, die Mahlzeiten in einem großen Speisesaal, in Schweigen ein. Sogar beim gemeinsamen Abspülen mit über 40 Leuten und wie mir bald merkten, in der gesamten Klosteranlage, wurde geschwiegen. Dadurch erlebten wir eine ungewohnte,  jedoch durchaus wundervolle, beruhigende Atmosphäre.
 
Bei unserer kleinen, harmonischen Gruppe von 7 Exerzitienteilnehmerinnen war selbst die älteste mit Sr. Irmtraud vom Kloster Neustift, mit erstaunlicher, innerer und äußerer  Ausdauer und Vitalität dabei.
 
Für uns war es eine innige Woche mit Schweigen, Beten und viel Zeit für sich selbst haben,  vielleicht auch, um Meilensteine für den eigenen, weiteren Lebensweg zu setzen…,
 

  • Zeit, Kraft zu schöpfen…,
  • Zeit, über das Leben des hl. Bernhard  von Clairvaux und über das eigene nachzudenken
  • Zeit, um neues Gedankengut in unser Herz und in unsere Gebete fließen zu lassen
  • Zeit, um zu lachen, Gemeinschaft zu erfahren  und neue Menschen kennen zu lernen…, …,

 

frage nicht weiter…,geh!
Eine Erfahrung, die sich allemal - nicht nur in Glaubensschritten -  lohnt.
 

Nach der Wahl zur Generalpriorin wird Sr. Helene Binder vom Wahlvorsitzenden Père Marc Helfer gefragt, ob sie die Wahl annimmt

Vom 31. August bis zum 5. September tagte im Mutterhaus der Kongregation, in Bellemagny im Elsass (Frankreich) das alle drei Jahre stattfindende Generalkapitel unserer Kongregation. 
Nach unseren Konstitutionen hat das Generalkapitel die Aufgabe „, das Erbgut des Institutes zu schützen und eine diesem entsprechende Erneuerung zu fördern, die Generaloberin zu wählen, bedeutende Angelegenheiten zu behandeln und Vorschriften zu erlassen, die für die ganze Kongregation verbindlich sind“.

Fünf Schwestern aus der Französischen Provinz,  fünf aus Österreichischen Provinz und acht aus der Bayerischen Provinz (insgesamt 18 Delegierte und Abt Prof. Dr. Christian Schütz) trafen sich in Bellemagny, an dem Ort, an dem unser Stifter Père Aloyse Faller 1851 unsere Kongregation gegründet hat, zu Beratungen.

Am 2. September wurde unter dem Vorsitz des Ordensreferenten der Diözese Strasbourg, Père Marc Helfer, die Priorin der Bayerischen Provinz, Sr. M. Helene Binder (53), vom Kapitel für weitere sechs Jahre zur Generalpriorin der Kongregation wiedergewählt.

Einen Tag nahmen sich die Kapitularinnen Zeit, unser Kloster in Dijon und in Preville zu besuchen. Nach einem echt französischen Mittagessen in Dijon besichtigte man Preville, ein Chateau in der Nähe von Dijon, das im letzten Jahr renoviert und für die Aufnahme von Gästen und für Veranstaltungen von bis zu 300 Personen umgebaut wurde.


Die Wiedergewählte spricht das Glaubensbekenntnis


Wer mag sich hier einlassen! Wir pilgern auf den alten Routen der Mönche mit Impulsen aus monastischen Lebensweisen, übernachten u.a. in unserem Landhaus und beten mit den Mönchen der Abteien La Pierre-qui-Vire  und der berühmten in Cîteaux und pilgern zum Schluss, zum Geburtsort des Hl. Bernhard in Dijon. Diese Einblicke ins klösterliche Leben laden zum Verweilen, Schweigen, Hören ein,... für Menschen, die Gott suchen.



ZUR ANMELDUNG & INFORMATION


Unter dem Thema „Berufung – Aus Jesu Liebe leben“ trafen sich ca. 130 Ordensleute aus dem Bistum mit Bischof Stefan Oster zum Ordenstag im Provinzhaus der Schwestern vom Hl. Kreuz in Altötting. Auch zwölf Schwestern aus unserer Gemeinschaft waren dabei und erlebten einen beeindruckenden Tag mit vielen schönen Begegnungen.

Altötting platzte buchstäblich aus allen Nähten. Ordensreferent Domkapitular Josef Fischer, Schwester Helene Wecker und P. Alois Greller, die beiden Vorsitzenden der A.GOP Pass au (Arbeitsgemeinschaft der Orden im Bistum Passau) freuten sich riesig über die große Resonanz zum Ordenstag der Diözese Passau und sahen in diesem "Jahr der Orden" die Chance, dass die Orden von außen, wie auch die Aufgaben der Ordensleute in Kirche und Gesellschaft mehr wahrgenommen werden. Gleichzeitig sei es für die Ordensfrauen und -männer Notwendigkeit und Chance zu persönlicher Einkehr, ihre Liebe zu Jesus Christus und die Treue zu ihrer Berufung zu vertiefen.

Den "geistlichen Impuls zum Jahr der Orden" referierte Diözesanbischof Dr. Stefan Oster (als Salesianer Don Boscos mit dem Ordensleben bestens vertraut) zum Thema "Maria und das geweihte Leben - Impulse aus dem Johannes-Evangelium" und definierte das Ordensleben als Leben aus der neuen Identität, mit neuen Schwestern und Brüdern, aus Gott geboren (dies sei anders als "biologisehe Geburt") - aus der Eucharistie geboren, vom Kreuz her neu geboren. Nach dem Mittagessen bestand die Möglichkeit zur Teilnahme an Kirchenführungen in St. Konrad und in der St. Anna-Basilika.


Die diesjährige Tagung der Arbeitsgemeinschaft
der Benediktineroblaten vom 25.- 29.05.2015  in
St. Ottilien stand unter dem großen  Thema:
 
„Gemeinsame Verantwortung“
- Brüder und Schwestern im Kloster und in der Welt.      
 
Rund  60 Oblaten/-innen und Schwestern und Brüder der jeweiligen Abteien und Klöster hörten dem spannenden Impulsvortrag von       P. Oliver Kaftan/Kornelimünster zu. Darin betonte er sowohl unseren Zeugnischarakter, als auch die Herzensweite und Beständigkeit, die uns verbindet.  Denn, ob hinter Mauern oder vor den Mauen, wir alle können uns durch unsere Lebenserfahrungen in ganz unterschied-
lichen Lebensformen gegenseitig bereichern und zu einer weiteren Sicht auf die Welt über das Kloster hinaus beitragen.
 
In den anschließenden Gruppenarbeiten ergaben die eigenen Erfahrungen und Verortungen ein buntes Bild von benediktinischer Vielfalt wieder. Denn, wenn ich auf mein Leben, als Oblate/Oblatin oder Rektor/-in schaue, ist mir persönlich:
das  Leuchtendste - das Schwierigste - das Wichtigste ,was?
Hand auf Herz, wohin laufe denn ich!
 
Nehmen wir mit, woran wir wachsen können am gemeinsamen Ziel,
Christus entgegen.
 
Danke für die schönen Tage.
 
Sr. Edith Kußmann; OSB Oblatenrektorin


Am Pfingstsamstag, den 23. Mai findet die traditionelle Wallfahrt nach Sammarei statt. Zusammen mit unseren Angestellten und Freunden pilgern wir um 5:00 Uhr morgens vom Neustifter Friedhof weg.  Um 7:00 Uhr feiern wir zusammen mit den Mönchen von Schweiklberg (die um einiges früher in Schweiklberg losmarschiert sind) die Hl. Messe in der Wallfahrtskirche Sammarei. Anschließend gibt es ein gemütliches gemeinsames Frühstück im Wallfahrts-Saal von Sammarei. Die Wegstrecke von Neustift aus ist ca. 6 km - Rückfahrt mit PKW´s.Alle interessierten und „Erst-Mitgeher“ sind herzlich willkommen!


Am 14.Mai, dem Fest Christi Himmelfahrt, feierten sieben unserer Mitschwestern das Jubiläum ihrer Erstprofess.
 
  Sr. M. Stephana Schrattenberger, 65 Jahre
Sr. M. Elvira Margraf, 65 Jahre
Sr. M. Aurelia Starnecker, 65 Jahre
Sr. M. Lydia Rachl, 65 Jahre
Sr. M. Seraphine Bauhuber, 60 Jahre
Sr. M. Hildegund Maier, 60 Jahre
Sr. M. Adelina Hafner, 60 Jahre (im Seniorenheim St. Benedikt)

Den Gottesdienst in der Klosterkirche feierten mit Abt em. Dr. Christian Schütz OSB in  Konzelebration BGR Josef Starnecker  und BGR Pfr.i.R. Alois Graf. Der Männerchor von Unteriglbach, unter der Leitung von H. Diewald, machte mit der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes den Schwestern und den mitfeiern-
den Angehörigen der Jubilarinnen eine besondere Freude. In seiner Predigt fragte Altabt Schütz, worin sich Jubiläen von Ordenschristen von sonst üblichen Jubiläumsfeiern unterscheiden. Die heutigen Jubilarinnen haben 65 und 60 Jahre ihres Lebens bewusst und ehrlich aus dem Glauben gelebt. Dieses Zeugnis der Treue im Gebet und im selbstlosen Dienst für die Mitmenschen erwartet Jesus von seinen Jüngern  auch heute. Vor seinem Heimgang zum Vater hat Jesus die 11 Jünger ausgesandt, dass sie mit Eifer und Liebe und ohne Furcht vor Hindernissen, den wahren Glauben  der ganzen Welt verkünden sollen. Das Zeugnis unserer Jubilarinnen brauche die Kirche und die Welt auch heute.
Anschließend waren alle Gäste zum Festmahl im Speisesaal der Schule eingeladen. Die feierliche Vesper zum Fest Christi Himmelfahrt beendete den Tag.


Vom Freitag, 01.05. bis Sonntag, 03.05.2015 verbrachte die Schola Gregoriana Germareskauuensis aus der Pfarrei St. Martin in Garmisch-Partenkirchen unter der Leitung von Josef Schwarzenböck ein Scholawochenende bei uns.
Höhepunkte dieser Tage waren das Konzert mit dem Titel „Maria, Patrona Bavariae“  am Samstag um 20:00 Uhr und der mit den Schwestern gemeinsam gestaltete Gottesdienst am Sonntag um 8:00 Uhr.

An den intensiven Proben, sowie an den Aufführungen nahmen auch Sr. Rita Düchting und Sr. Cäcilia Keim mit großer Freude und Begeisterung teil. Für die beiden Schwestern sind die Mitglieder der Garmischer Schola zum größten Teil „alte“ Bekannte durch die gemeinsame Teilnahme am „Intensivkurs Gregorianik“ in St. Ottilien viele Jahre hindurch. So war die Wiedersehensfreude besonders groß.
Das Konzertprogramm am Samstag bestand aus marianischen Messgesängen aus dem Repertoire des gregorianischen Chorals und aus der Lauretanischen Litanei, welche das Herzstück des Konzerts darstellte. Unsere Kirche war sehr gut besetzt und die Schola, sowie die Schwestern freuten sich sehr über das große Interesse der Bevölkerung.

Unsere Gäste gestalteten gemeinsam mit uns Schwestern den Sonntagsgottesdienst und verliehen diesem mit ihren schönen und kräftigen Stimmen und ihrem Gesang auf höchstem Niveau besonderen Glanz und große Feierlichkeit.


Am 11. April machten sich 28 Schwestern aus Neustift auf den Weg zu den Mitbrüdern nach Schweiklberg. Im Jahr der Orden wollten sie ein Zeichen der Verbundenheit setzen, gleichzeitig auch Abschied nehmen. Denn mit der Schließung des St. Beda-Hauses ging im April 2015 auch der Dienst der Benediktinerinnen der Anbetung für die Benediktinerabtei Schweiklberg zu Ende. Seit 95 Jahren sind die schwestern in der wirtschaftsführung des Exerzitienhauses beschäftigt. Mit Schwester Hildegund Meier, die seit 38 Jahren viele Dienste im Exerzitienhaus und im Kloster besorgte und Schwester Michaela Brummer, die seit 2003 mitarbeitete, verließen die letzten beiden Schwestern Schweiklberg. Zum Abschied feierten wir ein gemeinsames OSB-Fest. Wir begegneten uns in sehr geschwisterlicher Atmosphäre und der rege Austausch bei Kaffee und Kuchen tat allen gut.

Abt Rhabanus nutzte die Gelegenheit, im Namen aller Mönche den Neustifter Schwestern für ihren Einsatz auf dem Schweiklberg zu danken. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken wurden wir durch die neuen Räumlichkeiten des Gästehauses St. Benedikt geführt, durch die Geistbrennerei und Teile der Klausur. Die Begegnung endete mit der gemeinsamen Vesper und mit einem Gruppenfoto. Miteinander durften wir erfüllte Stunden erleben, für die wir dankbar sind.
Impressionen zu den Benediktinischen Wanderexerzitien im Elsass vom 07.- 13. September 2014



 

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