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27. November

Um 8:30 haben wir dann Fiananrantsoa verlassen mit unserem Chauffeur Thierry, ein Matrose auf einem chinesischen Schiff, der Urlaub hat und uns die drei Tage hier herumfährt und dann auch nach Ambositra bringt. Auf einer gut geteerten Straße ohne Löcher, dafür aber unglaublich kurvig von Anfang bis Ende (und bei jeder Kurve muss gehupt werden!) haben wir für die etwa 200 km gute fünf Stunden gebraucht. Eine kurze Pause haben wir irgendwo in der Mitte der Strecke eingelegt bei den Schwestern von St. Paul de Chartre, hier war Sr. Raphaeliah schon einmal Aspirantin (1997). Die Landschaft wurde immer tropischer: immer mehr Bananenbäume, Palmen etc. wir sind auch durch ein Naturschutzgebiet gefahren, da war wirklich total tropische Vegetation…
  • Nebenbei: Die Schwestern von St. Paul de Chartre haben in Mutterhaus in Tulear und haben in Madagaskar 27 (!) Niederlassungen.

Kurz vor 14:00 Uhr sind wir dann in Mananjary angekommen. Hier hat es gute 31 Grad, auf der Fahrt hatten wir zwischendurch 33 Grad!

Wir haben gleich die Non (französisch) mitgebetet, die hier um 14:00 beginnt, dann haben uns die Schwestern sehr herzlich begrüßt, auch die Provinzpriorin Sr. Jeanne aus Ambositra ist da (Sr. Jeanne) und die Priorin von Joffre Ville (Sr. Marie-Jeanne, sie hatte 27 Stunden Anreise mit dem Taxi-Bus). Dann gab es ein feines Mittagessen (mit den Früchten, die hier im Garten wachsen (Litschi, Bananen, Papaya) als Nachspeise, und mit dem Käse, den die Schwestern in Ambositra herstellen.

Wegen unserem Chauffeur Thierry essen wir nicht im Refektorium der Schwestern mit (da dürfen keine Männer rein), sondern wir essen im Speiseraum der Gäste gleich neben der Kirche.

Wir schlafen im Gästehaus der Schwestern. Hier haben wir fließendes Wasser, sogar warm (!), der Strom ist unsicher, aber zurzeit da. Über meinem Bett ist ein neues Moskito-Netz, das beruhigt mich sehr. Zwei Eidechsen (oder so was ähnliches schlafen im Luftschlitz meines Zimmers, aber hinter einem Mückengitter. Ich schaue einfach nicht hin…



28. November

Tagesordnung der Schwestern: 5:00 Laudes 6:00 Messe 7:00 Frühstück 11:40 Mittagshore 12:00 Mittagessen 14:00 None 18:00 Vesper 19:00 Abendessen 19:30 oder 20:15 Vigil 9:00 Schlafen

Zur Messe ist der Direktor des benachbarten Jesuiten-Kollegs da. Sie wird in malgasch zelebriert, die Lieder sind französisch.

Am Vormittag schauen wir mit Sr. Marie-Berthe, der Priorin hier, einiges von der Stadt Mananjary an. Erst die Gebäude des Bischofs, etwa nur 400 Meter von hier entfernt, mit Kapelle und großem Saal und auch mit dem Haus der Priester (wenn Priester aus der Diözese hier sind, wohnen sie da). Hier treffen wir auch (zufällig bzw. durch göttliche Fügung) den Direktor, der für die Schulen des Districts zuständig ist, er organsiert auch die Fortbildungen für die Lehrer. Und dann treffen wir den Missionar Jean-Yves de l’homme. Er ist Franzose, seit 31 Jahren hier in Mananjary und Vollblutmissionar der „Pères de Mission Etrangers“. Er baut hier seit 10 Jahren ein Hospital für die Armen (eben nicht für die Reichen), etwa ein Jahr wird es noch dauern, bis es fertig ist. Am Donnerstagvormittag wird er uns abholen, um es uns zu zeigen.

Dann schauen wir uns die Kathedrale an, dann eine kleine Buchhandlung daneben, und dann fahren wir ans Meer, das direkt an der Stadt ist. Heute ist niemand am Strand, weil es immer wieder regnet, dafür sind viele Einheimische da, die hier ihre Wäsche gewaschen und zum Trocknen auf den Strand ausgebreitet haben. Auch in Mananjary ist es mit dem Wasser und Elektrizität immer wieder schwierig. Die Wellen des Indischen Ozeans sind hier sehr hoch, sodass es gar nicht ungefährlich ist, hier ins Meer zu gehen. Einige Fischer haben sich aber doch mit ihren kleinen Kanus hinausgewagt.

Temperaturmäßig war der Vormittag relativ angenehm. Es hat zwar immer wieder geregnet, sodass die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, aber die Sonne ist kaum durchgekommen, sodass wir etwa bei 26 Grad sind. Der relativ starke Wind ist auch sehr angenehm, weil er kühlt.

Am Nachmittag hatten wir eine Konferenz mit dem Konvent (und den Priorinnen der anderen madagassischen Klöster der Benediktinerinnen von St. Bathilde). Wir stellen uns und unsere Kongregation vor (Gründung, Charisma, unsere Reise, etc.) Die Schwestern stellen viele Fragen und es ist insgesamt eine recht schöne Begegnung. Der Konvent hier in Mananjary hat 11 Mitglieder, bestimmt fünf sind alt und gebrechlich. Unter den elf ist auch ein Mitglied des Konvents von Ambositra und ein Mitglied des Konvents von Joffre Ville. Sie haben eine zeitliche Professe. Jetzt ist mir schon klar, dass der Konvent praktisch vor der Auflösung steht. Heute beim Mittagessen ist im Gespräch herausgekommen, dass die madagassischen Priorate dieses Jahr Kanonische Visitation hatten (auch mit P. Marc Helfer und M. Madeleine Caseau), und dass auch deren Visitation nicht abgeschlossen ist, sondern bis 2019 offen ist (wie bei uns).
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