Priorin der bayerischen Provinz und Generalpriorin der Kongregation von 1991 bis 2009

starnecker

 Ortenburg – Die Benediktinerinnen der Anbetung trauern um Mutter M. Siglinde Starnecker. Die Altpriorin der Benediktinerinnen der Anbetung in Neustift ist am Festtag Allerheiligen, am 1. November 2016, zu Gott heimgegangen.

Nach einem schmerzvollen Leidensweg gab sie im Alter von 82 Jahren ihr treues Ordensleben in Gottes barmherzige Hände zurück.
Mutter Siglinde kam am 23. Jan. 1935 zusammen mit Ihrem Zwillingsbruder Konrad in einer Landwirtsfamilie in Fürstberg bei Kastl (Obb.), Diözese Passau, zur Welt. Anschließend an die Volksschule besuchte sie unsere einjährige hauswirtschaftliche Berufsfachschule und unsere Mittelschule. Hier lernte sie unsere Gemeinschaft kennen und sie entschloss sich, wie ihre Schwester, Sr. Aurelia, die seit 1948 in unserem Kloster lebt, zum Eintritt in unsere Kongregation. Von ihren zwölf Geschwistern erwählte sich Gott auch noch zwei für den Priesterberuf.

Mutter Siglinde begann am 1. Sept. 1952 das Postulat und erhielt am 1. Mai 1953 das Ordenskleid. Sie durfte am 1. Mai 1954 die zeitliche und am 2. Mai 1959 die Ewige Profess ablegen. Aufgrund ihrer musikalischen Begabung erhielt sie von 1954 bis 1957 eine Ausbildung an der Kirchenmusikschule in Regensburg. Ab 1958 erteilte sie Musik- und Religionsunterricht an unserer Mädchenrealschule. Zusätzlich wurde ihr im April 1971 das Amt der Novizenmeisterin anvertraut. Das Provinzkapitel wählte sie am 11. Mai 1991 zur Priorin unserer bayerischen Provinz und das Generalkapitel am 28. Aug. 1991 zur Generalpriorin der Kongregation. Beide Ämter leitete sie nach zweimaliger Wiederwahl bis 21. März 2009.

Ein Herzensanliegen war ihr die Verherrlichung Gottes durch die würdige Feier der Gottesdienste, des Chorgebetes und der eucharistischen Anbetung. Selbstlos setzte sie sich ein für die Leitung der Kongregation, die oft mit mühevoller Arbeit und anstrengenden Reisen verbunden war. Wiederholt war sie schweren Herzens zur Aufgabe einer Niederlassung gezwungen, weil der fehlende
Ordensnachwuchs dies erforderte. Trotzdem verlor sie nie das Vertrauen auf Gottes Führung und Hilfe.

Weitblickend und zielstrebig nahm sie während ihrer Amtszeit mehrere größere Renovierungs- und Bauvorhaben in Angriff, wie: Aufstockung für Noviziatsräume, Umbau der leer stehenden Internatsräume der Schule in eine „Geistliche Zelle“, Neueröffnung und Neubau des Kindergartens, Umbau des Kapitelsaales in eine Chorkapelle, Renovierung und Neugestaltung der Klosterkirche und Anbau an das Schulgebäude mit Unterrichtsräumen und Pausenhalle. Auch in unserer Heimvolksschule in Fürstenzell und im Altenheim St. Benedikt in Passau-Neustift fanden größere Baumaßnahmen statt.

Im Juni 2007 musste sich Mutter Siglinde einer ersten schweren Krebsoperation unterziehen. Das war der Anfang ihres Leidensweges, den sie tapfer und klaglos aus Gottes Hand annahm. Weitere operative Eingriffe folgten in den nächsten Jahren, die ihr Linderung, aber keine Heilung brachten. Trotz ihrer sehr geschwächten Gesundheit nahm sie bis in die letzten Tage vom frühen Morgen bis zum Abend am Chorgebet und am klösterlichen Alltag teil. Bis zuletzt war sie täglich an der Schulpforte. Diesen Dienst versah sie sehr gerne, weil ihr der Kontakt mit den Schülerinnen und Lehrkräften viel Freude bereitete und sie nebenbei basteln konnte.
Am 28. Okt. erlitt sie nach der hl. Messe plötzlich eine massive Gehirnblutung; ärztliche Hilfe war nicht mehr möglich.

Wir verlieren in Mutter Siglinde das Vorbild eines treuen, selbstlosen Ordenslebens. In Freud und Leid erkannte und bejahte sie den Willen Gottes und seine liebende Führung. Ihr stilles, bescheidenes und liebevolles Wesen werden wir sehr vermissen. Möge Gott ihr die ewige Freude schenken!

Die Priorin und Schwestern der Benediktinerinnen von Neustift bitten alle, die sich unserem Kloster verbunden wissen, um das Gebet für unsere liebe verstorbene Mutter Siglinde.

Unter großer Anteilnahme fand das Requiem am Samstag, 5. November, um 14.00 Uhr in der Klosterkirche statt; anschließend erfolgte die Beerdigung auf dem Klosterfriedhof.

Ein Lieblingsgebet von Mutter Siglinde war:
O mein Gott, Dreifaltigkeit, die ich anbete: Hilf mir, mich ganz zu vergessen, um mich in Dir niederzulassen, regungslos und friedvoll, so als weilte meine Seele bereits in der Ewigkeit. Nichts soll meinen Frieden stören können, nichts soll mich aus Dir herausfallen lassen, o mein Unwandelbarer; vielmehr soll mich jede Minute weiter in die Tiefe Deines Geheimnisses hineinführen. Schenk Frieden meiner Seele, mach sie zu Deinem Himmel, zu Deiner geliebten Wohnung und dem Ort Deiner Ruhe. Gib, dass ich Dich dort nie allein lasse, sondern ganz da bin, ganz wach in meinem Glauben, ganz anbetend, ganz ausgeliefert an Dein schöpferisches Handeln.
(Gebet der hl. Elisabeth von der Dreifaltigkeit)

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